Der Tag nach dem Spiel

  • Ridefort war da eher klarere Worte gewohnt und reagierte auf den Wink erstmal nicht.


    Die Kaiserin MUSS niemals etwas heute entscheiden.

    Doch das es manchmal gut wäre, das sagte er nicht.


    Zu dem was wir gestern besprachen habe ich euch wie gewünscht die Daten zusammengefasst. Zwar kurz vor Mitternacht, aber es war ja wichtig. Wir sollten darüber sprechen.

  • Lexa bekam feuchte Hände. Man hatte sie vorbereitet, aber dann doch ins kalte Wasser geworfen. SIe wusste nicht was Ridefort meinte. Sollte die Kaiserin Notizen gemacht haben, so hatte Lexa keine Zeit gehabt diese zu finden. Kurz davor in Panik zu geraten, riss sie sich zusammen.


    Ich hatte soviel um die Ohren, können Sie mir kurz auf die Sprünge helfen?


    Sie versuchte das Filmlächeln der Kaiserin aufzusetzen und wusste das es ihr nicht gelungen war. Mechanisch fasste sie sich kurz an die Narbe unter der Brust. <Vielleicht wäre es gnädiger, die Kapsel würde explodieren.>

  • Bernadette hatte einen der monierten Kekse genommen, zerbrach diesen, ass eine Hälfte und tauchte dann die andere Hälfte in den Kaffee der Kaiserin um ihn auch so zu probieren. Die Tasse war ja kaum angerührt was weiterhin verwunderte.


    Das kann ich mittragen.


    scherzte sie kurz, nahm dann die Tasse an sich um Ridefort ein Wort zu schenken.


    Ich denke Sie sollten die Sache kurz zusammenfassen, die Kaiserin hat noch einen weiteren Termin. WIr könnten Sie aber am Nachmittag noch reinschieben.


    Wählte sie auch hier den üblichen und mit der Kaiserin auch schon oft praktizierten Weg um Dinge und Aufgaben erstmal aus dem Weg zu schaffen.


    Wir wecheln den Lieferanten.

  • Sie war Gott und vor allem Bernadette dankbar für dieses Einschreiten. Jetzt begriff sie, dass die Kaiserin und Bernadette sich wohl blind verstanden. Bernadette wurde mit einem grandiosen Lächeln bedacht, vor allem weil sie ihr die Tasse Teer wegnahm. Wortlos schaute sie zu Ridefort hinüber, der diese Taktik wohl schon gut kennen musste.

  • Als Ridefort gegangen war kam Bernadette zurück ins Büro und setzte sich ohne jede Aufforderung


    Soll ich die Termine für heute absagen? Mir scheint, Majestät brauchen ein wenig Zeit dies zu sichten.


    Wobei sie auf einen Berg Umlaufmapen deutete und ihren Vorschlag aus einer empfundenen Gereizheit Valeries ableitete die die Dinge nicht so gut im Griff zu haben schien wie gewohnt.

  • Zum ersten Mal war sie Berndatte wirklich Dankbar. In Grundsätzliches war sie eingeweiht, aber tagesaktuelle konnten diese Informationen nicht sein. Wenn sie sich als Kind gewünscht hätte eine Königin zu sein, wäre ihr dies nach diesen wenigen Stunden schon vergangen. Valerie schien wirklich zu arbeiten! Was sie in ihrer Ausbildung zur Ersatzkaiserin nicht so recht glauben wollte. Jetzt begriff Lexa das genau dies der Grund für den Austausch gewesen sein muss. Valerie las zu viel!


    Ich bin Ihnen wirklich dankbar Bernadette. Heute ist mir irgendwie nicht sonderlich wohl. Mir schmeckt sogar der Kaffee nicht. Ich muss krank sein!


    Lexa versuchte es mit einem faden Witz.


    Wenn Sie alle Termine, einschliesslich den mit Serville, für heute absagen könnten. Bitte auch keine Telefonate und keine Videokonferenzen. Sagen Sie einfach Valerie ist verschnupft.


    Das filmreife Valerie-Lächeln hatte Lexa allerdings sehr gut drauf.

  • Auch den mit der Comnetable?


    Lies Bernadette einen Luftballon steigen ohne zu wisse , ob es denn einen solchen gab, aber irgendwie hatte sie das Gefühl, Saint-Just anrufen zu müssen, egal was die Kaiserin jetzt sagen würde.


    Die anderen verschiebe ich, ich habe da eine Access Datenbank gemacht in die ich die Gründe eintrage, ich habe Sie auf ihren Desktop verknüpft. Nicht das dabei etwas rauskommt was nicht rauskommen soll, nur weil wir unkoordiniert sind.


    Verschnupft, soso… Ihre Tage hatte sie nicht, das passte nicht mit dem Kalender, den Bernadette nur so für sich führte.

  • Wie sich später zeigen sollte, konnte das noch zu einem Problem für Lexa werden, denn ob irgend jemand daran gedacht hatte, beide Zyklen irgendwie zu synchronisieren, das stand in den Sternen und damit genau dort, wo auch Valeries Passwort zu finden war, denn dasjenige, welches man Lexa eingerichtert hatte, würde nicht funktionieren da es beim letzten Login der Kaiserin zwangsweise geändert werden müsste.

  • Saint-Just? So lange es geht, verschieben, aussetzen, nicht treffen! Das hatte man ihr mehr als einmal eingetrichtet. Zwischen Valerie und Saint-Just sollte mehr sein, als nur eine gebliebene Jugendfreundschaft. Die Stimme sprach einmal vom Prinzgemahl als das Thema Connetable auf dem Lehrplan stand. Das hätte Lexa noch gefehlt! Wenn die beiden ein Paar sind, dann ... Um Gotteswillen! Sicher ist sicher und daher:


    Auch den mit der Connetable. Ich fühle mich wirkich nicht gut.


    Sie musste auf krank machen, denn Lexa hatte schon zuviel von dem was die echte Valerie machte, nicht erledigt. Da war der morgentliche Lauf mit ihren Leibwächter und das kurze Schwätzchen mit Bernadette, bevor die ersten Besucher kamen.

  • Alles klar, ich kümmere mich darum. Wir müssen das Büro übrigens gleich für eine Stunde räumen. Die Secis…


    Wobei sie die Security des Palastes meinte


    … machen die wöchentliche Kontrolle ob hier alles in Ordnung ist.


    Was darauf hinauslaufen würde, dass alles auf den Kopf gestellt wurde um Wanzen und Ähnliches zu finden.


    …nur für heute?

  • Dann ziehe ich mich in meine Gemächer zurück. Die hier nehme ich mit!


    Dabei zeigte sie auf den Stapel von Umlaufmappen die auf ihrem Schreibtisch lagen. Lexa erhob sich von ihrem Sessel.


    Da werde ich mich dann doch lieber kümmern, das ist ja nicht so anstrengend wie reden.

  • Man hatte Dilan angerufen und sie hatte nicht gefragt warum sie tun sollte was sie tun sollte denn was sie tun sollte war relativ profan. In ihrer Tätigkeit beim Hausordungsdienst des Palastes war es ihre Aufgabe, die Räume der Kaiserin zu sichern, dies umfasste auch die Detektion von Wanzen. Das geschah zumeist elektronisch und das, was man in Krimis sieht, das Abschrauben von Telefonmuscheln fand schon seit Jahrzehnten nicht mehr statt. Doch neben dieser Technik war es heute ihre Aufgabe, die Kaffeetasse der Kaiserin zu sichern. Warum? Egal. Nein, doch nicht egal. Wofür? Für Geld.

  • Froh die Kurve bekommen zu haben, war sie der Meinung, dass niemand etwas bemerkt haben konnte. Der Lichtblitz des Unwohlseins war für den Moment die Rettung gewesen, aber damit konnte sie nicht immer ausweichen. Letztlich wusste Lexa nicht, wie lange sie die Kaiserin geben sollte.

    Die Umlaufmappen lagen auf ihrem Wohnzimmertisch. Sie machte sich selbst einen grünen Tee und wunderte sich, dass sie überhaupt Tee in der kleinen Küche gefunden hatte. Nicht ahnend, dass bei der echten Kaiserin, selbst Wasser anbrennen würde. Nach dem sie auf ihrem Sofa Platz genommen hatte, zog sie aus ihrer kleinen Handtasche einen kleinen Knopf hervor, den sie in rechte Ohr steckte. Dann wartete sie bist die Stimme sich meldete.


    Lexa Sie haben sich nicht an die Vorgaben gehalten! Ridefort derart anzufahren, war nicht vorgesehen! Das war töricht! Genauso wie die Show bezüglich ihres Unwohlseins! Valerie trinkt literweise Kaffee von der Sorte, die sie offensichtlich ungenießbar finden! Leider konnte ich sie nicht sehen, sondern nur hören. Ich hätte mich sonst vergewissern können, dass diese Durendal wirklich nichts gemerkt hat. Noch einmal! Bernadette Durendal ist nicht irgendeine Vorzimmertusse, sondern fast eine Freundin der Kaiserin! Sie kennt alle ihre Regungen! Also passen Sie auf, was sie in ihrer Gegenwart tun und sagen!


    Das Gefühl der Überlkeit würde stärker.


    Nun zu den Mappen!


    Brav laß Lex den Inhalt vor und die Stimme entschied jedesmal, was sie zu tun hatte. Schnell hatte sie den Großteil abgeabeitet und ihr schwungvoll geübtes Valerie unter die Dokumente geschrieben.


    Halten Sie Ridefort noch ein wenig hin, in dem sie zu seinem Thema von heute morgen, nichts, aber auch gar nichts sagen. Wir entscheiden das später.


    Damit gab die Stimme zu, dass auch sie nur Befehle befolgte.


    Nach dem sie das Gespräch beendet hatte, suchte sie verzweifelt nach einer Kopfschmerztablette, fand im Nachtisch der Kaiserin einen schweren Revolver und einen Gegenstand, der ihr die Schamesröte ins Gesicht trieb, aber keine Tabletten. Sie läutete daher nach einem Diener und orderte eine Kopfschmerztablette. Der junge Mann wunderte sich, tat aber was die vermeintliche Kaiserin von ihm verlangte.

  • Noch nie hatte die Kaiserin den Morgenapell abgesagt. Entsprechend verblüfft stand Claude Serville im Vorzimmer.


    Guten Morgen  Bernadette. Die Chefin hat den Termin abgesagt? Was ist denn los? Das hat sie noch nie gemacht. 


    Valerie konnte gefeiert, geliebt haben oder gerade unpässlich sein, aber sie saß immer, wirklich immer, pünktlich an ihrem Platz.


    Das kann ich kaum glauben. Majestät müssen ernsthaft erkrankt sein. Ich mache mir Sorgen, Bernadette. 

  • Man hatte Dilan angerufen und sie hatte nicht gefragt warum sie tun sollte was sie tun sollte denn was sie tun sollte war relativ profan. In ihrer Tätigkeit beim Hausordungsdienst des Palastes war es ihre Aufgabe, die Räume der Kaiserin zu sichern, dies umfasste auch die Detektion von Wanzen. Das geschah zumeist elektronisch und das, was man in Krimis sieht, das Abschrauben von Telefonmuscheln fand schon seit Jahrzehnten nicht mehr statt. Doch neben dieser Technik war es heute ihre Aufgabe, die Kaffeetasse der Kaiserin zu sichern. Warum? Egal. Nein, doch nicht egal. Wofür? Für Geld.

    Die Tasse wurde, in einer Plastiktüte verpackt, zu einem Mittelsmann geschafft, der sie über den Freund der Cousine Bareres zum Onkel von Maurice Duplay brachte, der einst der Vermieter von Robbespierre gewesen war. Dort wurde sie von der achtjährigen Tochter eines kleines Angestellten einer Sicherheitsbehörde angeholt, der die Fingerabdrücke allein schon deswegen nahm, weil er und Barere ihre Welpen aus dem gleichen Wurf bezogen hatten. Das Resultat war negativ und hätte für die wahre Valerie sicher zu Problemen geführt, hätte der nun schon zum dritten Male erwähnte Barere nicht mit dem Denken begonnen. Das Resultat würder er noch heute Saint-Just mitteilen. Ihm. Nicht Ihr.

  • Ein wenig verzweifelt, hatte sich Lexa auf das breite Sofa im Wohnzimmer gelegt und wartete darauf das die Schmerztablette wirkte.


    <Wie lange kann ich das durchhalten? Was passiert danach? Ich warte auf den Tod so oder so. Warum also nicht gleich? Warum sollte sie sich nicht stellen?>


    Lexa liefen die Tränen die Wangen hinunter. Ihr Makeup verschmierte, das war ihr egal. Sie sah keinen Ausweg und war kurz davor in Panik zugeraten.

  • Wenn wir es nicht besser wüsste, dann würde ich annehmen, dass sie schwanger ist. Ansonsten mag sie vielleicht einfach nicht immer funktioniren. Vielleicht sollte sie mal Urlaub machen. So ganz frei von höfischen Zwängen.


    gab sich Bernadette erstmal bedeckt da sie Claude mütterliche Art manchmal schon ein wenig nervig fand obwohl sie ihm natürlich Recht geben musste. Sie war komisch. Fast schon Bluna. Aber waren wir das nicht alle mal.

  • Schwanger geht nicht! Zumindest gehe ich davon aus. Wie heißt das neuerdings Björnhaut oder so ähnlich? Ich werde ihr morgen mal einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Leonor hatte mir vor ein paar Wochen angedeutet, dass sie mit ihrer Schwester ein paar Tage ausspannen wollte. Nach der Krönung. Nun die ist vorbei, also sollte die Chefin mal in Urlaub.


    Etwas beruhigt verzog sich Claude wieder in sein Büro. Serville würde die Gunst der Stunden nutzen und ein paar seiner gefühlteb 100.000 Überstunden abbummeln.

  • Hoffentlich sah sie niemand in diesem Zustand. Nach dem Moment der Verzweiflung, kam sie wieder zu sich. Der Willen zu überleben, war stärker, als der Wunsch zu sterben. Entschlossen machte sie sich an das Studium der mitgenommen Unterlagen udn hoffte darauf, dass die Stimme sich bald melden würde. Genau wie das Original hatte sich Lexa die Schuhe ausgezogen und sich gemütlich auf das breite Sofa gelegt, als es vorsichtig klopfte.


    Majestät?


    Hörte Lexa eine sanfte leise Stimme. Plötzlich stand Jeanne de la Fontaine neben dem Sofa.


    Ist Ihnen nicht wohl?


    Ausgerechnet jetzt, musste die erste Hofdame der Kaiserin auftauchen. Gerade hatte sich Lexa beruhigt und schon stand eine junge hübsche Frau ihr gegenüber, die ihr sehr sehr gefährlich werden konnte. Denn wer kannte, ausser der Schwester der Kaiserin, Valerie besser, als ihre Hofdame?


    Nein, alles ist gut Jeanne.


    Fast hätte sie den Tonfall und die Stimmlage der Kaiserin nicht getroffen.


    Ich bin nur etwas müde und habe Kopfschmerzen. Das wird wieder und ich denke das bekomme ich auch alleine hin. Wenn Sie mögen, dann nutzen Sie doch den Tag für sich. Denn ich habe heute nicht mehr vor, etwas zu unternehmen und die Termine sind ebenfalls abgesagt.


    Lexa sah das erstaunte Gesicht Jeannes.


    Wäre es nicht besser einen Arzt aufzusuchen, Majestät?


    Jetzt musste Lexa Valerie heraushängen lassen.


    Nein, ich sagte doch, dass ich alleine damit fertig werde. DANKE, Jeanne.


    Diese nickte nur und verließ, etwas verwirrt, das Wohnzimmer.


    <Stimme melde Dich!>

  • Schon in zivil und mit dem Autoschlüssel in der Hand, wollte sich Serville gerade aus dem Staub machen, als Jeanne de la Fontaine ihn noch rechtzeitig abfangen konnte.


    Sie erzählte ihm von dem Zusammentreffen mit der Kaiserin und schien ein wenig besorgt zu sein. Valerie war immer schon zickig und launisch gewesen, aber nie zu Jeanne oder Bernadette. Die beiden Frauen hatten bei ihrer Majestät weitestgehende Freiheiten. Fast Freundinnen, wie er ein wenig neidisch feststellte.Lag wohl daran, dass die drei fast Gleichalt waren, beruhigte er sich.


    Claude beschlich ein ungutes Gefühl. Er legte den Autoschlüssel zurück, machte sich einen Kaffee und dachte nach. Dann Griff er zum Telefon und wählte eine Nummer, die er sonst tunlichst vermied anzurufen. Es klingelte auf auf dem geheimen Telefon von Anielle Saint-Just.

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