Château d’Aiqs-Chapelle
Chambre d’Hermine – Geschlossene Sitzung
Der Raum ist kleiner als der Reichstag.
Dunkles Holz.
Kein Publikum.
Nur ein langer Tisch mit vier Plätzen.
Anwesend:
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Cassian de Valqpatio, Archi-Gardien de Saturne
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Robert Duroc, Seneschall d’Outremer
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Anielle Saint-Just, Connetable d’Outremer
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Nicolas Maret, Tribun
Die Tür schließt sich.
Ein Schreiber bleibt draußen.
Stille.
Dann spricht die Connetable als Erste.
Sie setzt sich nicht.
„Bevor das Tribunal seinen Fragenkatalog vorlegt,
möchte ich etwas klarstellen.“
Sie stützt beide Hände auf den Tisch.
„Wenn wir Zustimmung kodifizieren,
dann schaffen wir eine operative Kategorie.“
Maret hebt leicht eine Augenbraue.
Saint-Just fährt fort:
„Der Staat muss unterscheiden können zwischen drei Zuständen:
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freiwilliger Bindung
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erzwungener Unterwerfung
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strategischer Täuschung.“
Sie blickt direkt zum Tribun.
„Der dritte Fall ist der gefährlichste.“
Duroc verschränkt ruhig die Hände.
„Täuschung?“ fragt er.
Saint-Just nickt.
„Ein Bürger kann Zustimmung vortäuschen.
Ein Bürger kann Zustimmung widerrufen, um Konsequenzen zu vermeiden.
Ein Bürger kann Zustimmung behaupten, um Macht auszuüben.“
Sie tippt mit dem Finger einmal auf die Tischplatte.
„Wenn wir Liberté Consentante kodifizieren,
dann muss sie beweisfähig sein.“
Maret antwortet trocken:
„Das ist genau der Punkt, den das Tribunal klären möchte.“
Saint-Just lächelt minimal.
„Nein.“
Sie setzt sich nun endlich.
„Das Tribunal möchte definieren.
Ich möchte verifizieren.“
Sie legt einen kleinen Zettel auf den Tisch.
„Mein Vorschlag ist einfach:
Freiwillige Bindung wird nur dann rechtlich anerkannt,
wenn sie vorher erklärt wurde.“
Cassian hebt leicht den Kopf.
Duroc liest den Zettel.
Darauf stehen nur drei Worte:
Registre du Consentement
Saint-Just spricht weiter.
„Ein Register.
Nicht öffentlich.
Nicht moralisch.
Nur administrativ.“
Maret reagiert sofort.
„Sie wollen Zustimmung bürokratisieren.“
Saint-Just antwortet ruhig:
„Ich will verhindern, dass sie beliebig wird.“
Dann lehnt sie sich zurück.
„Ohne Nachweis gibt es keine rechtliche Bindung.
Ohne Bindung gibt es nur Chaos.“
Sie blickt zu Cassian.
„Und selbst Saturn braucht manchmal ein Formular.“
Der Raum bleibt still.
Jetzt liegt der erste konkrete Reformvorschlag auf dem Tisch.