Beiträge von Erzähler

Die Wiederaufnahme des Spielbetriebes ist mit einem Zeitsprung von sechs Monaten verbunden. Als Faustregel soll hier gelten, dass alle Postings vor dem 01.02.2023 vor dem Zeitsprung anzusiedeln sind, alle Postings seit dem 01.02.2023 nach dem Zeitsprung zu verorten sind. Was in der Zwischenzeit geschehen ist werden wir für die einzelnen Plots separat festlegen und an geeigneter Stelle veröffentlichen. Dies wird zumeist durch ein Posting in den offenen Threads geschehen. Diese Aktion basiert auch auf dem Gedanken, dass der Spielbetrieb gestrafft werden soll um sich auf eine kleine Anzahl von offenen Handlungssträngen fokussieren zu können. Näheres ist noch festzulegen, Fragen können jederzeit an die Kaiserin oder den Seneschall gestellt werden.

    Château d’Aiqs-Chapelle

    Chambre d’Hermine – Geschlossene Sitzung

    Der Raum ist kleiner als der Reichstag.

    Dunkles Holz.

    Kein Publikum.

    Nur ein langer Tisch mit vier Plätzen.

    Anwesend:

    • Cassian de Valqpatio, Archi-Gardien de Saturne

    • Robert Duroc, Seneschall d’Outremer

    • Anielle Saint-Just, Connetable d’Outremer

    • Nicolas Maret, Tribun

    Die Tür schließt sich.

    Ein Schreiber bleibt draußen.

    Stille.

    Dann spricht die Connetable als Erste.

    Sie setzt sich nicht.

    „Bevor das Tribunal seinen Fragenkatalog vorlegt,

    möchte ich etwas klarstellen.“

    Sie stützt beide Hände auf den Tisch.

    „Wenn wir Zustimmung kodifizieren,

    dann schaffen wir eine operative Kategorie.“

    Maret hebt leicht eine Augenbraue.

    Saint-Just fährt fort:

    „Der Staat muss unterscheiden können zwischen drei Zuständen:

    1. freiwilliger Bindung

    2. erzwungener Unterwerfung

    3. strategischer Täuschung.“

    Sie blickt direkt zum Tribun.

    „Der dritte Fall ist der gefährlichste.“

    Duroc verschränkt ruhig die Hände.

    „Täuschung?“ fragt er.

    Saint-Just nickt.

    „Ein Bürger kann Zustimmung vortäuschen.

    Ein Bürger kann Zustimmung widerrufen, um Konsequenzen zu vermeiden.

    Ein Bürger kann Zustimmung behaupten, um Macht auszuüben.“

    Sie tippt mit dem Finger einmal auf die Tischplatte.

    „Wenn wir Liberté Consentante kodifizieren,

    dann muss sie beweisfähig sein.“

    Maret antwortet trocken:

    „Das ist genau der Punkt, den das Tribunal klären möchte.“

    Saint-Just lächelt minimal.

    „Nein.“

    Sie setzt sich nun endlich.

    „Das Tribunal möchte definieren.

    Ich möchte verifizieren.“

    Sie legt einen kleinen Zettel auf den Tisch.

    „Mein Vorschlag ist einfach:

    Freiwillige Bindung wird nur dann rechtlich anerkannt,

    wenn sie vorher erklärt wurde.“

    Cassian hebt leicht den Kopf.

    Duroc liest den Zettel.

    Darauf stehen nur drei Worte:

    Registre du Consentement

    Saint-Just spricht weiter.

    „Ein Register.

    Nicht öffentlich.

    Nicht moralisch.

    Nur administrativ.“

    Maret reagiert sofort.

    „Sie wollen Zustimmung bürokratisieren.“

    Saint-Just antwortet ruhig:

    „Ich will verhindern, dass sie beliebig wird.“

    Dann lehnt sie sich zurück.

    „Ohne Nachweis gibt es keine rechtliche Bindung.

    Ohne Bindung gibt es nur Chaos.“

    Sie blickt zu Cassian.

    „Und selbst Saturn braucht manchmal ein Formular.“

    Der Raum bleibt still.

    Jetzt liegt der erste konkrete Reformvorschlag auf dem Tisch.

    Übergangsszene

    Die Sitzung wird vertagt.

    Die Bänke leeren sich langsam.

    Die Connetable bleibt einen Moment länger stehen.

    Nicht zufällig.

    Nicht auffällig.

    Cassian de Valqpatio spürt:

    Dies wird keine rein juristische Sitzung.

    In der Chambre d’Hermine

    werden Begriffe geschärft –

    und Grenzen gezogen.

    Reichstag zu Aiqs-Chapelle

    Banc Rouge

    Noch ehe sich die Spannung entladen kann, erhebt sich langsam ein Mann von der Banc Rouge.

    Es ist Comte d’Empire Armand de Savena

    Reichsgraf, ohne Territorialmacht,

    aber mit dem feinen Instinkt jener, die nichts zu verlieren haben außer ihrer Würde.

    Er trägt kein Schwert.

    Nur Handschuhe aus dunklem Leder.

    Er wartet, bis die Aufmerksamkeit sich von der Banc de Baton löst.

    Dann spricht er.

    „Ich höre von Sicherungen.

    Ich höre von Disziplin.

    Ich höre von Chaos.“

    Ein kurzes Lächeln.

    „Ich höre nicht von Begehren.“

    Ein leises Raunen – nicht empört, eher überrascht.

    „Outremer ist nie aus Logik entstanden.

    Nicht aus Disziplin.

    Nicht einmal aus Glauben.“

    Sein Blick wandert langsam über die Bänke –

    kurz über die Stelle, an der die Kaiserin sitzen würde.

    Ein kaum wahrnehmbares Innehalten.

    „Es entstand aus Anziehung.

    Aus Hingabe.

    Aus freiwilliger Unterwerfung.“

    Stille.

    „Wenn wir nun von Grundrechten sprechen –

    sprechen wir dann auch vom Recht auf freiwillige Entgrenzung?“

    Einige Köpfe drehen sich.

    „Wenn Würde unantastbar ist –

    dürfen wir sie noch verschenken?“

    Ein Senator räuspert sich.

    „Wenn Disziplin oberstes Gut ist –

    darf sie noch gebrochen werden?“

    Jetzt ist es nicht mehr nur juristisch.

    „Ich frage daher:

    Wird die Reform 2026

    die Bürger vor dem Staat schützen –

    oder den Staat vor seiner eigenen Lust?“

    Ein kaum merkliches Heben der Augenbraue in Richtung der Connetable.

    „Und noch etwas.

    Wenn wir Gleichheit vor dem Gesetz kodifizieren –

    gilt sie auch im Boudoir?“

    Einige Lacher.

    Kein lautes, aber deutlich hörbares.

    „Ich beantrage die Prüfung eines Zusatzartikels:

    De la Liberté Consentante –

    Von der freiwilligen Bindung.

    Denn Outremer war nie puritanisch.

    Und ich fürchte eine Reform,

    die uns zivilisiert.“

    Er setzt sich.

    Auf der Banc de Saturne bleibt es still.

    Aber etwas hat sich verschoben.

    Die Reform ist nicht mehr nur juristisch.

    Sie ist körperlich geworden.

    Man hatte Dilan angerufen und sie hatte nicht gefragt warum sie tun sollte was sie tun sollte denn was sie tun sollte war relativ profan. In ihrer Tätigkeit beim Hausordungsdienst des Palastes war es ihre Aufgabe, die Räume der Kaiserin zu sichern, dies umfasste auch die Detektion von Wanzen. Das geschah zumeist elektronisch und das, was man in Krimis sieht, das Abschrauben von Telefonmuscheln fand schon seit Jahrzehnten nicht mehr statt. Doch neben dieser Technik war es heute ihre Aufgabe, die Kaffeetasse der Kaiserin zu sichern. Warum? Egal. Nein, doch nicht egal. Wofür? Für Geld.

    Die Tasse wurde, in einer Plastiktüte verpackt, zu einem Mittelsmann geschafft, der sie über den Freund der Cousine Bareres zum Onkel von Maurice Duplay brachte, der einst der Vermieter von Robbespierre gewesen war. Dort wurde sie von der achtjährigen Tochter eines kleines Angestellten einer Sicherheitsbehörde angeholt, der die Fingerabdrücke allein schon deswegen nahm, weil er und Barere ihre Welpen aus dem gleichen Wurf bezogen hatten. Das Resultat war negativ und hätte für die wahre Valerie sicher zu Problemen geführt, hätte der nun schon zum dritten Male erwähnte Barere nicht mit dem Denken begonnen. Das Resultat würder er noch heute Saint-Just mitteilen. Ihm. Nicht Ihr.

    Der Vorschlag der Kaiserin wurde allein schon deswegen ignoriert, weil keiner der beiden ihn verstanden hatte. Da beide taubstumm waren, wäre alles andere auch verwunderlich gewesen.Die Burka hatte lediglich eine drei Zentimeter breite und zwei Zentimeter hohe Öffnung am Mund, welche das Essen ermöglichte, aber eine Schnabeltasse oder einen Strohhalm zur Pflicht machte. Beides war vorhanden, ansonsten verschwanden die beide baldigst, ließen die Gefangene aber ungefesselt zurück.

    Wie sich später zeigen sollte, konnte das noch zu einem Problem für Lexa werden, denn ob irgend jemand daran gedacht hatte, beide Zyklen irgendwie zu synchronisieren, das stand in den Sternen und damit genau dort, wo auch Valeries Passwort zu finden war, denn dasjenige, welches man Lexa eingerichtert hatte, würde nicht funktionieren da es beim letzten Login der Kaiserin zwangsweise geändert werden müsste.

    Das mit den Fesseln klärte sich am Mittag, als nämlich die Türe geöffnet wurde und zwei Mann ohne ein Wort in die Zelle traten und sich erstens anschickten die Zelle zu durchsuchen und zweitens wohl Essen dabei hatten welches einem noblen Restaurant zue Ehre gereicht hätte. Beide hielten sich erstmal von der Kaiserin fern, waren aber sehr wohl mit Elektroschockern bewaffnet.

    Der Herzog von Mortemart, Casimir-Victurnien de Rochechouart, erreichte in der ersten Wiederholung des siebten Wahlgangs der Pairswahlen 2022 18 zu 3 Stimmen und wurde somit in die Kammer gewählt.