Zurück, unerwatet und zur rechten Zeit

  • Leonor saß im Flugzeug. Ihre Hand steckte in der Hand ihres Geliebten. Wie lange waren sie weg? Ihr Blick wandte sich nach rechts und sie lächelte Ihrem vertrauten Arzt zu. Wie lange war sie weg? Sieben Monate? Acht Monate? Ein ganzes Jahr? Leonor schloß die Augen und verlangsamte ihren Atmen. Nein, es war kein kleines Mädchen mehr, das sich lenken ließ. Dieser Abstand hat ihr gut getan, obwohl es war streitig, ob Jean oder Dr. Beshir den größten Anteil zu dieser Veränderung getragen hatten. Dr. Beshir hat keine Berichte, keine Nachrichten, keine Briefe empfohlen. Er war wie ein Wachhund um das glückliche Pärchen und verriet nicht einmal der Kaiserin, wo sich ihre Schwester aufhält. Claude erhielt ab und zu ein paar Zeilen, dass es Leonhor gut geht. Er schrieb aber nicht, dass Jean Hölle und Eden mit Leonor erlebt hat. Beide oft dachten, dass sie nur einen Sarg nach Hause bringen würden. Dr. Beshir gab zu, dass er mit seiner Diagnose doch falsch lag. Er hätte nicht nur Leonors Blut sondern auch das Gewebe und Knochen untersuchen sollen. Das hat er gemacht, in Ruhe. Doch sogar er wagte nicht, diese Information an die Kaiserin weiterzugeben. Jetzt war Doktor doch recht optimistisch. Jean begann seiner gewissen Zeit zu merken, dass Leonor ihn mied. Nicht auffällig, doch ihre Augen funkelten nicht mehr voller Liebe, als sie ihn sah, eher mit Wehmut und Schuldgefühlen.


    Wir werden bald landen. Doktor Beshir, haben Sie dem Wachhund meiner Schwester geschrieben, dass wir zurückkehren?

  • Ich war abgelenkt, in diesem Lärm der Gedanken. Habe ich alles richtig gemacht? Ihrgenwie flackern in mir Zweifel und Unsicherheit. Leonor, dieses Kind, war frisch, gesund und voller Kraft. Es hat eine Menge gekostet, sie soweit zu bringen. Psychisch und physisch. Ich kann auch nicht leugnen, dass ich es genossen habe, mit ihr allein zu sein. Die Insel war ein Paradies und es wäre noch besser, wären wir dort zuzweit... Doch diese Gedanken darf ich nicht einmal im Kopf entstehen lassen. Jean hat rührend um Leonor gekümmert doch ich weiß, seine Schwiergkeiten und Prüfungen haben gerade begonnen. Es ist mir nicht verborgen geblieben, dass Leonor ihrer ersten Liebe immer weniger in die Augen schaut. Der kleine Engel hat immer noch Probleme, ihre Gefühle und Regungen auszusprechen. Eine introvertierte Prinzessin, die sich nach außen so aufgeschlossen benimmt. Ich glaube, ich habe gelächelt.


    Ich habe keinen benachrichtigt, meine Prinzessin. Wir nehmen auch ein Mietauto.

  • Leonor nickte nur. Sie verabschiedete von Jean fast mit Erleichterung, könnte man sagen. Dr. Beshir schaute verständnisvoll und ein wenig mitleidig auf den jungen Mann und begleitete Prinzessin zum Auto. Leonor blieb plötzlich stehen, drehte sich um und rannte zurück zu Jean.


    Nein, so soll es nicht sein


    Sie flüsterte ihm auf die Lippen und küsste ihre erste Liebe. Jean antwortete mit voller Zärtlichkeit auf diesen Kuss. Innerlich war er durch diesen kühlen Abschied ein wenig verwirrt, doch jetzt war sein Engel wieder in seinen Armen.


    Ich rufe dich an. Ich schreibe dir.


    Leonor hasste Abschiede, denn sie waren traurig und schwarz. Andererseits wußte sie, dass die Zeit der Rückkehr in ihre privaten Gemächer rückt näher. Sie musste Valerie bis zum Tode danken, dass die Kaiserin Leonor von allen Terminen, Krieg und Intrigen fern gehalten hatte.


    Leonor ging mit leichtem festen Schritt wieder zu Dr. Beshir und nahm ihren Platz im Auto.

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