Beiträge von Jean Custine

    Das habe ich auch nicht gesagt, dass Du ein Schwein bist. Aber wenn Valerie etwas versautes suchen sollte ... könntest Du temporär die Sau rauslassen.


    Jean fand das lustig. War es bestimmt nicht, aber es war gesagt.


    Du bist auch immer im Dienst wie mir scheint. Bricht unser Reich zusammen?


    Es ärgerte Jean ein wenig, dass er mit seinem Handy beschäftigt war, er fand es unhöflich.

    Jean rollte mit den Augen. So ganz konnte Robert nicht aus seiner Haut.


    Egal wie oft oder nicht. DU bist der Beste für diese Stelle! Wir müssen es nur hinbekommen, dass die beiden Schwestern UNS wollen. Bei Leonor bin ich mir da absolut sicher. Bei unserer Kaiserin aber nicht. Vielleicht bekommst Du sie mit ... sagen wir mal ... Verführung hin. Du kokettierst damit, dass deine Familie Namensgeber einer Schweinerasse ist. Gut ... dann sollten wird dem Namen alle Ehre machen! Männer sind Schweine, nach der Meinung vieler Damen. Dann sei eines! Lass den Macho raushängen und bagger was das Zeug hält!


    Er hatte es nie nötig gehabt, dem weiblichen Geschlecht auf diese Weise sehr nahe zu kommen. Jean war eher der charmante nette Junge der die Mädchen zum lachen brachte und nicht der "komm-her-Süße-Typ". Aber vielleicht war das genau der passende Ansatz bei einer Frau wie Valerie. Aus beruflichen Gründen kühl und unnahbar. Positionsbedingt dominant. Vielleicht wollte sie einmal nicht dominant sein.

    So kannte Jean seinen Vetter gar nicht. Für ihn war Robert eine Art Held. Der Mann der die Geschicke des Reiches mitgestaltete. Und nun? Er wollte nicht das Robert wie ein Häufchen Elend mit seinem Schicksal haderte.


    Verloren? Wie so das denn? Nur weil Du Valerie liebst? Robert, was meinste Du wie viele Männer und Frauen in Outremer in unsere schöne Kaiserin verliebt sind? Da bist Du sicher nicht alleine.


    Stimmte zwar, aber die anderen waren nicht so nah an der geliebten Frau dran, wie Robert Duroc. Er kannte sie sicher von der privaten Seite, wusste wie sie roch, wie sie ohne Schminke aussah, wie sie lachte und was sie aufregte. Da litt er verständlicherweise Höllenqualen. So dicht dran und doch weiter weg als einmal zum Mond und zurück.


    Hast Du ihr gegenüber überhaupt etwas in dieser Richtung gesagt? Andeutungen deiner Liebe gemacht? Valerie braucht einen Mann und vor allem Kinder, wenn sie im Volk weiter so beliebt sein will, wie sie es ist. Also stehen deine Chancen doch nicht übel, zumindest für den zweiten Teil. Zudem bist Du nicht verloren. Valerie wird sicher wissen, was sie an ihrem Seneschal hat. Vermutlich bist Du ihr ruhender Pol und somit der Ausgleich zu unserer forschen Connetable.


    Jean nahm seinem Vetter das Glas und die Flasche weg. Das Gespräch war zu ernst geworden, als das man sich betrinken sollte. Das kam später. Jetzt brauchten beide einen klaren Kopf. Zwei neue Gläser und eine große Flasche Miniralwasser wurden auf den Tisch gestellt.


    Wir müssen uns besprechen. Wir lieben beide, wie Du es sagst, nicht standesgemäß. Bei mir ist das nicht ganz so tragisch wie bei Dir. Leonor ist die Zweitgeborene und selbst bei einer Vakanz des Throns noch lange nicht Valeries Nachfolgerin. Du wärst Prinzgemahl! Ein sehr guter, wie ich nur so nebenbei mal bemerken möchte. Das gab es in unserer Geschichte bisher nicht. Du wärst der ideale Ehemann für Valerie der Jähzornigen.

    Fast hätte sich Jean an seinem Wein verschluckt. Automatisch hielt er seinem Vetter sein leeres Glas hin.


    Du meinst .... Du meinst sie und die ..... Kaiserin?


    Stottern war nicht seine Art, aber diesmal war es der Situation geschuldet.


    Jetzt fiel ein Centime nach dem anderen. Jetzt verstand er, warum eine solche Schönheit, dazu noch eine mit viel Geld und Macht, keinen Mann an ihrer Seite hatte.

    Valerie in festen Händen?


    Fragend schaute er seinen Vetter an.


    Wer ist denn der Glückliche? Sicher ein Kerl aus einer dieser alten Familien. Von wegen Ausgleich, zwischen Alt und Neu.


    Jetzt war er sich nicht mehr so sicher, ob er wirklich seine Prinzessin heiraten kann. Sie sprach von Plänen ihrer Mutter oder sogar von Valerie persönlich, sie mit Antoine Capet, dem letzten Sproß des letzten Königs und an sich schon das Letzte überhaupt, zu verheiraten

    Warum sollte ich das tun? Warum sollte ich Dich verpetzen? Und was ist falsch daran eine schöne Frau zu lieben? Valerie IST eine schöne Frau. Warum sollte Dich die Liebe zu ihr, dein Amt kosten und deine Karriere zerstören? Ist Valerie so herzlos?


    Fragen über Fragen. Die waren aber mehr rhetorischer Art. Er wollte das sich Robert selbst hinterfragt. Dann ließ er seiner Fanatsie freien Lauf.


    Was ist, wenn Du es ihr sagst, sie es akzeptiert und Dich ebenfalls liebt? Prinzgemahl hört sich doch gut an!


    Lachend fuhr er fort.


    Eine Doppelhochzeit. Die schönen Beauharnaisschwestern heiraten die bestaussehendsten Männer des Reiches! Was für ein Fest!

    Erstaunt schaute Jean seinen Vetter an. Was hatte er getan? Sich in die falsche Frau verliebt oder war er so kaisertreu dass die Bemerkungen über die Kaiserin ihn so auf die besagte Palme brachten?


    Was ist los mit Dir?


    Vielleicht war er nicht nur kaisertreu, denn das war Jean auch, vielleicht ... Nein, das kann nicht sein ... oder doch. Valerie ist eine schöne Frau. Ob sich Robert ausgerechnet ...


    Jetzt verstehe ich ... Du bist ... verliebt! Weiß sie es? Weiß Valerie das Du sie liebst?


    Das sagte Jean ohne eine Spur von Ironie und auch nicht so das Robert meinen könnte sein Vetter würde ihn aufziehen.

    Während seines Dienstes bei der Armee hatte er tatsächlich an solchen Operationen teilgenommen. Hinter den Linien, wie es hieß, fühlte er sich nicht unwohl.


    Das hört sich nach einem Plan an, Robert.


    Grinsend goss er seinem Vetter nach.


    Gut, dann lasse ich mich reaktivieren und werde sehen wie ich den armen, fast ersoffenen Marschall heraushaue


    Er prostete Robert zu.


    Und was Leonor angeht, sie ist einzigartig.


    Jean bezog das auf jede Minute seit ihrem kennenlernen, egal was sie angestellt hatten.


    Mit ihrer steifen Schwester nicht zuvergleichen.


    Ein dummer Satz, er kannte Valerie nicht. Jean kannte nur die offizielle Valerie, die Kaiserin.

    Treffer versenkt! Für meine Leonor werde ich alles tun.


    Lachend ergab sich Jean dem Drängen seines Vetters. Er hatte sich gut geschlagen beim Militär. War dekoriert und vorzeitig zum Capitaine befördert worden. Ein Kriegsheld vielleicht nicht, aber einer der eine Nase für Chancen hatte und sie nutzte. Mehr Praktiker als Stratege.


    Eine Kompanie habe ich kommandiert, zu mehr hat es bisher nicht gelangt. Was schwebt Dir vor?

    Neider gibt es immer und überall.


    Entäuschung stieg in ihm auf. Doch sah er auch eine Chance auf einem Gebiet, wo er sich auskannte. Wie alle jungen Männer von Adel hatte Jean natürlich eine militärische Ausbildung genossen und einen entsprechenden Dienstgrad.


    Ein Kommando? Mein aktueller Rang ist Capitaine der Reserve. An was denkst Du oder willst Du mich einfach von Leonor fernhalten?

    Das werde ich mit Leonor absprechen. Am besten wäre es, wenn wir es ganz unverhofft machen. Schließlich hat die Schwester der Kaiserin ungehindert und jederzeit Zugang. Allerdings mache ich mir ein paar Gedanken gerade über die große Schwester. Sie soll unnahbar, arrogant und cholerisch sein. Ein schönes Biest, soll sie sein! Nicht das ich Angst hätte, aber ich will es nicht verderben. 

    Was meine Ambitionen angeht. Der Posten des Oberhofmarschalls wäre mir nicht unangenehm und ein Plätzchen im Kronrat hat seinen Reiz.


    Ob das wirklich eine gute Idee war und ob es rechtlich überhaupt ging, war dahingestellt.

    Und ob sie es weiß. Wir sind ein Paar. Aber außer Dir, Serville und Borax ist noch keiner anderer eingeweiht.


    Jean ging davon aus, dass Leonor noch nichts gesagt hatte. Er hoffte es zumindest. Denn er hatte noch keine Lust, seiner Schwiegermutter oder gar seiner Schwägerin vorgestellt zu werden.

    Vielleicht wusste Leonor gar nicht, wie sehr sich Jean genau das gewünscht hatte. Noch nie hatte Jean darüber nachgedacht zu heiraten und Kinder zu haben. Die richtige Frau war noch nicht dabei gewesen, bis jetzt, bis er auf Leonor traf. Bei ihr war er sich absolut sicher, dass sie die richtige Frau war.


    Ich weiß was Du meinst und willst, mein Engel. Wir sollten heiraten und Kinder bekommen. Viele Kinder.  Das meine ich ernst, denn ich liebe Dich mein Engel. Und egal wer oder was uns in den Weg kommen sollte, wir werden es gemeinsam schaffen. Willst Du mich heiraten, Leonor Beauharnais?


    Er nahm ihre Hand und küsste jeden Finger.

    Jean beeilte sich seiner großen Liebe zu folgen. Als er sie eingeholt hatte, hob er sie hoch, hielt sie fest und lachte. Zärtlich küsste er Leonor auf die Stirn.


    Dein Pirat hat bereits einen zerkratzten Rücken. 


    Lachend dachte er an die letzte Nacht und war überglücklich. Sanft trug er sie dann zu seinem Wagen. Gemächlich fuhren sie in die Stadt.


    Eine Spange! Aha! Einen Ring bekommst Du trotzdem, einfach so. Und keine Widerworte, sonst muss der Pirat seine Prinzessin übers Knie legen.


    Die Warnungen und die Hinweise auf ihre konservative Familie ignorierte er. Schließlich war er auch kein Niemand und in der Adelsrangfolge um einiges vor Fouche angesiedelt. Mit dem alten Indianer würde sich sicher reden lassen. Valerie müsste er wohl mit Charme für sich einnehmen und damit kannte er sich sehr gut aus.

    Karriere, ein schönes Thema. Robert hatte mit mir über einen hübschen Posten im Kriegsministerium gesprochen. Du weißt wer dort das Sagen hat.


    Jean lächelte.


    Roberts wahre Beweggründe mögen darin liegen, dass er gerne im voraus wüsste, was Madame Saint-Just vorhat. Spion im Dienste meines Cousins! Aber das ist nicht meine Welt. Mich hat tatsächlich das Außenministerium gereizt. Davon wollte Robert allerdings nichts wissen. Jetzt, wo ich Leonor kennengerlernt habe, ist der Diplomatische Dienst für auch nicht mehr so reizvoll. 


    Er trank sein Glas leer.


    Direkt im Dienste ihrer Majestät wäre für mich das tollste was ich mir vorstellen kann. Der Oberhofmarschall ist kurz vor der Rente. Das wäre was und den dazu nötigen Titel habe ich schon von Geburt an.


    Jean konnte es sich wirklich gut vorstellen, Leiter der kaiserlichen Haushalts zu werden. So konnte er auf Leonor aufpassen und seiner Arbeitgeberin der Kaiserin auf die schlanken Finger schauen.

    Er wusste gar nicht, dass ein Engel auf Opern konnte. Von der Kaiserin ganz zu schweigen. Es war ein offenes Geheimnis das Valerie auf Rock und Blues abging, aber was seine Leonor hörte, das wusste Jean beim besten Willen nicht. Doch wenn sie schon hinging, dann wollte er auch dabei sein.


    Von mir aus gerne. Zwar werde ich Leonor dann nur von weitem sehen können, aber immerhin.


    Eher oberflächlich studierte Jean die Speisekarte.


    Hmm, ich denke ich nehme das Gleiche wie Du.


    Grinsend schloss er die Karte


    Und ich bleibe auch bei dem wirklich guten Roten. Auf unsere Freundschaft!

    Er hatte sich dann doch in die Dusche begeben und sich schnell frisch für den Tag gemacht. Da es wieder ein sonniger Tag werden sollte, zog er sich eine bequeme leichte Leinenhose und ein Leinenhemd ohne Kragen an. Schnell in ein paar Slipper geschlüpft, war er bereit seinen Engel auf eine Einkaufstour zu begleiten. Während der ganzen Zeit ging ihm das was er gelesen hatte, nicht aus dem Kopf. Jean war bereit für seine Prinzessin zu kämpfen, doch nun wollte sein Engelchen erst einmal unterhalten werden. So verdrängte er die trüben Gedanken an Leonors Mutter und an seine künftige Schwägerin, die Kaiserin.


    Wir werden Onkel Fouche keinen Grund geben, uns aufzuhalten. Ich werde mich an alle Verkehrsvorschriften halten. 


    Sanft küsste er Leonor auf die Wange. Sie roch so gut, am liebsten hätte er sie immer weiter geküsst.


    Also gehen wir Verlobungsringe kaufen!


    Jean überlegte kurz, ob er Leonor nicht doch sagen sollte, dass er ihre SMS gelesen hatte. Jean verschob das Vorhaben, auf einen Zeitpunkt, nach dem Einkaufen. Ganz der weiße Ritter, wollte er auf keinen Fall das seine Prinzessin litt. Jean began damit Leonor in Watte zu packen.