Beim Comite de Surete General

  • Justizminister Gaudin hatte den Senechal beim gestrigen Treffen des Comite de Surete General vertreten, was dazu geführt hatte, das der Punkt der Agenda, bei dem es um die eher geheimeren Dinge des Hofes ging, sein besonderes Interesse fand, hatte er doch sonst kaum Gelegenheit, seine Nase in solche Dinge zu stecken. Sein besonderes Augenmerk fand dabei die Akte einer jungen Frau, deren Sicherheitüberprüfung als Bedienstete des Hofes anstand. Diese, Artemis Laroux des Namens, oder zumindest so ähnlich, hatte einen Vermerk ob einer gewissen Beziehung mit einem Mitglied des Tribunals in ihrer Akte und dies, neben ihrer fast engelsgleichen Schönheit und einem weiteren Vermerk, bei dem es um ihre Familie ging, reichte dem Minister um die junge Frau einzubestellen. Fouche, seines Zeichens Polizeiminister, mächtig beschäftigt und dem Kaiserhause fast zu nahe, war früher gegangen, und hatte weder von dem Akte, noch von der Vorladung für die Dame etwas mitbekommen. Gaudin war ab 2 im Nebenraum und würde sich die Frau erstmal ansehen, nachdem man sie in einen der Räume, vorzugsweise den mit dem halbdurchsichtigen Spiegel, gebracht hatte um sie dort, im eigenen Safte bratend erst einmal nur zu beobachten.

  • Gaudin wusste schon seit einiger Zeit, dass es so nicht weitergehen konnte denn der Ausgleich, den der gute Kaiser Eugene zwischen den Parteien erreichen wollte, war nicht zu Ende geführt worden. Die Revolution von 1989 hatte zwar den theoretischen Ausgleich zwischen den Ständen gebracht und den dritten zum eigentlich mächtigsten gemacht, doch waren die Kasten des Königtums nur gestutzt worden und sollten auch niemals zerschlagen werden. Der erste Kaiser, Eugenes Stief- und Adoptivvater, hatte diesem Adel, dem Adel der Könige, der eh schon neben den Nachfahren der Kreuzritter bestanden hatte ein viertes Standbein, den empirischen Adel gegeben der nun, an der Seite der alten novarrischen Familien eines von vier Standbeinen des Reiches sein sollte. Doch das funktionierte von Anfang schon nicht. Die Novarren waren zumeist reich, die Kreuzritter das Gegenteil, der königliche Adel verfilzte das Reich und der kaiserliche, als einziger für die Befähigten erreichbar, dominierte das Militär und strebte ansonsten danach, den anderen gleich zu werden. Und er, Gaudin, war ein Mann des Kaisers. Von diesem zum Herzog von Gaete gemacht, von Colonna vom Finanz- ins Justizministerium verpflanzt. Von einem Ort den er liebte zu einem den er hasste und es kotzte Gaudin an. Er war es so leid. Doch all dies hat zu erst einmal mit der jungen Frau die er durch die Scheibe betrachtete nichts zu tun, es soll hier lediglich seine Laune erklären.

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