Ein Zwölfter im Palais de Guagnano

    • Offizieller Beitrag

    Ihre Verwandtschaft war durch Ihre Mütter vielleicht ein wenig weniger bindend, als wären Ihre Väter Brüder gewesen, doch vielleicht hatten sich Jean Custine und Robert Duroc allein deswegen immer gut verstanden, sei es damals, als sie gemeinsam im Internat waren, sei es bei ersten Kneipentouren, oder beim ersten, zumindest für Robert desaströsen Besuch in einem Freudenhaus. Was Jean damals getan hatte, das wuste Robert nicht mehr und hatte es vielleicht auch nie gewusst, was er selbst dort erlebte, das hatte er mehr oder weniger erfolgreich verdrängt, aber hier soll auch gar nicht von pubertierenden Jünglingen die Rede sein.


    Das Verhältnis der letzten Jahre war gut, aber nicht mehr so innig, allein dem Berufe und der Berufung geschuldet in der zumindest Robert aufgegangen war und hatte rein gar nichts mit dem Rue de Cleveterre Skandal zu tun, der zwar zeitgleich geschah und in dem beide ihre Rolle spielten, was aber nur eine Parallelität, aber keine Kausalität hatte, obwohl die Presse stets etwas anderes vermutete.


    Heute war der 12. und allein deswegen war Robert hier, denn der zwölfte war ihr Tag den sie sich bewahrt hatten und an jedem 12. trafen Sie sich und gestalteten den Tag nach Gutdünken des Gastgebers und heute war Robert der Gast.

  • Ungeduldig wartete Jean auf Robert. Wie damals, als sie loszogen um sich auszuleben. Mit ihm hatte Jean eine Art Bruder, den er im richtigen Leben nicht hatte. Vielleicht war es auch besser so. Robert war immer eine Art Bruder, Kumpel und nicht zuletzt Vorbild in einer Person gewesen. Es gab kaum Geheimnisse zwischen ihnen. Bis auf jene die Frauen betrafen. Da war Jean ganz Kavalier und schwieg. Doch heute brauchte er gerade in diesen Dingen einen Rat. Denn seine große Liebe war nicht irgendein Mädchen, es war die Schwester der Kaiserin. Um dies zu besprechen, wollte er unbedingt zu Hause bleiben. Keine Kneipe, kein Restaurant, somit keine Zuhörer.


    Wie ein kleiner Junge rannte er fast zur Tür als es klingelte.

    • Offizieller Beitrag

    "Lla Feuille d’or" und "Pour vous", die schillernsten Sterne am unteren Firmamant der outrmerischen Presse hatte bislang nichts über Jean Custine berichtet und wenn ja, dann wäre es Duroc sicher nicht zu Ohren gekommen, ging er doch weder zu einem Friseur, bei dem so etwas auslag, noch hatte er Verwandtschaft die soetwas wusste und so hatte er eigentlich von nichts eine Ahnung sondern lediglich die Houlette dabei, den gebogenen Stock mit dem Zober gespielt wurde, und zwar als Ersatz für die zerbrochene Houlette die am 12. November zu Bruch gegangen war.


    Als er eingelassen ward grinste er und war von einem Moment auf den anderen zehn Jahre jünger, fiel doch die Last des Amtes und die Sorge um das Reich von ihm ab.


    Gianni!


    begrüßte er seinen Vetter mit dem immer wieder guten Insider aus der Zeit, als sie als Gianni und Roberto durch Gran Novara getrampt waren. Das war zwar lange her, aber immer wieder präsent.


    Hier, als Ersatz. Mögest Du damit fangen was Dein Herz begehrt. Hübsch hässlich hast Du es hier.


    War die Halle gestrichen worden? Oder erschien sie nur verändert weil draussen die Sonne schien?

  • Er freute sich aufrichtig und umarmte seinen Vetter. Sein Geschenk nahm er dankbar an, denn für alte Dinge hatte er eine Leidenschaft entwickelt. Wie man unschwer an der Einrichtung der familiären Aussenstelle hier in Corinnis feststellen konnte. Seit den Tagen der Könige hatte sich hier kaum etwas verändert. Alles war so wie es immer schon war. In seiner Wohnung in der rue des Roses sah es anders aus, moderner halt.


    Schön das es Dir gefällt.


    Lächelnd ging er mit Roberto in einen Salon der an eine altes Jagdzimmer erinnerte.


    Ich glaube die Letzte die hier etwas verändert hat, war Oma. Setz Dich, was darf ich Dir anbieten?


    Nervös und nicht ganz so selbstsicher wir gewohnt, bemühte sich Jean seinem Vetter das nicht zu zeigen.

    • Offizieller Beitrag

    Kommt ganz darauf an, was uns der Tag bringt, traditionsgemäß bin ich in Deiner Hand. Wenn wir also Fallschirmspringen oder Kamelreiten, dann Mango-Lassi, wenn wir schießen müssen auch, ansonsten Rotwein, ich hatte ein Fass Château d´Issan senden lassen, ich hoffe es ist angekommen.


    er hatte sich gesetzt und atmete die Luft der Vergangenheit, vor allem die gemeinsame Großmutter hatte beide tief geprägt, durch selbstgemachte Vanillekrapfen und den Apfelmost im Familienkeller und beide vermissten sie wohl in gleichem Maße


    Man sagt, die Klatschpresse berichtet über Dich ...


    dies war zwar nicht wirklich wahr, war aber als Sondierung gut genug.

  • Ihm war nicht bewusst, dass seine Liebe zu Leonor schon in die Presse gelangt war. Doch war Roberto Politiker und ein wesentlich besserer als Jean selbst. Das konnte als Versuch genommen werden, ihn aus der Reserve zu locken. Zunächst zog Jean es vor seinem Vetter ein Glas Wein einzuschenken.


    Ich denke wir bleiben hier, es wird ein langer Abend. Dein Zimmer ist bereits gerichtet.


    Jean grinste.


    Man sagt also, das über mich in der Klatschpresse berichtet wird.


    Still prostete er Roberto zu.


    Das kann durch aus sein. Dolores ist wieder als Modell unterwegs und über unsere Trennung war schon hier und da etwas zu lesen.


    Lange konnte er dieses Spielchen nicht spielen. Das wusste Jean, aber gleich mit der Tür ins Haus zu fallen, war nicht seine Art.

    • Offizieller Beitrag

    Dolores... allein schon der Name... nein, da war Rober gleich klar gewesen, dass es eher biologische Vorteile waren die Dolo ... aber egal, er kommentierte es nicht, zog stattdessen sein Smartphone hervor und begann ein Video zu suchen welches er jetzt ganz passend fand. Nachdem er es gefunden hatte nahm er das gebotene Glas und kostete, reichte dann das Handy an Gianni um ihn über den Rand des Glases zu beobachten während er den Wein kostete.


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  • Jean fand das Video wirklich schräg und machte scherzhaft den Versuch, das gesehene nachzumachen. Natürlich bliebe es bei der Andeutung.


    Dann wurde Jean wieder ernst.


    Du weißt das ich selten über Frauen rede. Schon gar nicht über die denen ich sehr nahe gekommen bin.... Diesmal MUSS ich aber mit Dir reden. Weil ....


    Einen Schluck Wein, zum Mut machen.


    Ich habe mich zum ersten Mal richtig und rettungslos verliebt!


    Noch ein Schluck Wein, zum Mut machen.


    Was ja an und für sich nicht schlimm wäre, Wenn ... oh Mann ... wenn ich mich nicht ausgerechnet in Leonor Beauharnais, die Schwester unserer geliebten Kaiserin, verliebt hätte.


    Mit einem Schluck trank er sein Weinglas leer.


    Und jetzt darfst Du, großer Bruder!


    Jean nannte Robert immer großer Bruder, wenn er von dem kaum älteren Vetter einen wirklichen Rat brauchte.

  • Und ob sie es weiß. Wir sind ein Paar. Aber außer Dir, Serville und Borax ist noch keiner anderer eingeweiht.


    Jean ging davon aus, dass Leonor noch nichts gesagt hatte. Er hoffte es zumindest. Denn er hatte noch keine Lust, seiner Schwiegermutter oder gar seiner Schwägerin vorgestellt zu werden.

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