Ich habe lange genug geschwiegen.
Das ist eine alte Gewohnheit.
Wer keine Ämter hat, hört mehr.
Ich stehe auf.
„Meine Herren.“
Ich lasse das Wort kurz stehen.
„Ich spreche nicht als Richter,
nicht als Soldat,
nicht als Verwalter.“
Ich streiche den Ärmel meines Mantels glatt.
„Ich spreche als Onkel.“
Eine kleine Pause.
„Und als jemand, der das Privileg besitzt,
für nichts verantwortlich zu sein.“
Ich gehe langsam ein paar Schritte.
„Sie sprechen von Zustimmung.“
Ich nicke leicht.
„Von Widerruf.“
Ein weiterer Schritt.
„Und nun von Auflösung.“
Ich bleibe stehen.
„Das ist alles sehr klug.“
Ich falte die Hände hinter dem Rücken.
„Aber ich höre eine merkwürdige Annahme.“
Ich hebe leicht eine Augenbraue.
„Sie glauben offenbar,
dass Beziehungen sich an juristische Kategorien halten.“
Ich schüttle den Kopf.
„Sie tun es nicht.“
Ich gehe zum Tisch und sehe auf das Blatt.
Déclaration de Retrait.
Déclaration conjointe.
Ich lächle kurz.
„Sie bauen gerade eine schöne Maschine.“
Ich tippe mit dem Finger auf das Papier.
„Aber Maschinen erzeugen Nebenwirkungen.“
Ich richte mich auf.
„Sobald diese Kategorien existieren,
werden Bürger sie benutzen.“
Ich spreche langsam.
„Sie werden Zustimmung erklären,
um sie später zu widerrufen.“
„Sie werden Auflösung erklären,
um Verantwortung zu vermeiden.“
Ich sehe wieder auf das Blatt.
„Das ist nicht schlimm.“
Ich hebe den Blick.
„Das ist Politik.“
Ich lege beide Hände auf den Tisch.
„Die eigentliche Frage ist also nicht:
Wie definieren wir Widerruf?“
Ich spreche den Satz bewusst langsam.
„Die Frage ist:
Warum sollte der Staat überhaupt wissen,
wann zwei Bürger aufhören, sich zu begehren?“
Ich lasse den Raum einen Moment still.
Dann setze ich mich wieder.
„Das wollte ich nur in Erinnerung rufen.“
Die Mannschaft der Rennsportfactio Praesina ist nun fest in der Hande der Banken.