Beiträge von Valerie Beauharnais

    Anielle und Duroc sind zwei meiner wichtigsten Minister. Sie kennen sich deshalb sehr gut und ziehen oft am selben Strang, vor allem wenn es gegen meinen Kanzler Montmorency geht. Beide haben ein sehr großes Ego.  Della Scalla kennt beide nur von seiner Funktion als Politiker und weiß noch nicht einmal das er für die Rolle des Beistellegatten angedacht ist. Anielle ist mit meinen Wunsch eine Dynastie zu gründen einverstanden, Della Scala weiß nix davon und Duroc hat wohl nichts dagegen, wenn der leibiche Vater meiner Kinder Robert Duroc heißt!


    Ziemlich kompliziert. Aber hat jemand gesagt, dass es einfach sein würde, Kinder zu bekommen und die Verfassung zu änderen, damit diese Kinder Valerie als Kaiser oder Kaiserin beerben?

    Kein Double! Ich werde bei allen Veranstaltungen sprechen müssen. Das geht nicht mit einem Double. Ich will und kann das keinem überlassen, als Ersatz-Kaiserin die Zielscheibe zu spielen! Es gehört zum Job, das Risiko selbst zu tragen. Onkel Kylian es ist immer noch das selbe Spiel wie damals. Ich bin die Räubertochter und Du der Gendarme. Ich bin immer entkommen.


    Ihr herzhaftes Lachen war weit zu hören.

    Mit dem Titel kann das noch etwas dauern. Dazu muss ich meine Regierung fragen. Aber als kleines Trostpflästerchen verdoppeln wir erstmal ihr Gehalt und legen noch ein hübsches Sümmchen oben drauf. Als Vorschuss gedacht.


    Sanft schlug sie in die offene Hand ihrer Vorzimmerdame und wusste das Serville innerlich kochte. Da wollte er mal kumpelhaft sein und schon ging es in die korrekt gebügelte Uniformhose.

    Auch diese Spitze von Lonnegan ließ Valerie an sich abprallen. Trotzdem war sie nicht DIE Pokerspielerin, letztlich unerfahren, aber keineswegs nervös. Mit eine ausdruckslosen Gesicht, schob sie sechzigtausend Livre in die Tischmitte. Gelangweilt schaute sie zu Lonnegan.


    Das Frollein bringt ihre fünfzigtausend und legt noch mal zehntausend drauf.


    Ohne noch einmal in die Karten zu schauen, lehnte sie sich zurück, winkte die langbeinige Kellerin herbei und bestellte sich einen Hennes I XO. Scally würde schon wissen , was zu tun ist. Die Kaiserin hatte jedenfalls keine Ahnung.

    Mutig!


    Lachend hatte Valerie zugehört und sich für die Entscheidung Bernadette in ihr Vorzimmer zusetzen , erneut sinngemäß auf die eigene Schulter geklopft.


    Ich werde darüber nachdenken.

    Dieser Gedanke, dass sich einer der beiden Herren tatsächlich in sie verlieben könnte, war sehr real. Sie dachte dabei sofort an Duroc. Denn della Scala hielt sie für einen Windhund der nur sich selbst und seine Leidenschaften kannte. Während Robert Duroc bei ihrem Gespräch über heiraten, Nachfolge und die Zukunft, ihr näher gekommen war.


    Die Gefahr besteht durchaus. Es gibt noch eine weiteres Risiko, was geschieht, wenn meine Frau eifersüchtig wird? 


    Darüber hatte Valerie zwar keine schlaflosen Nächte gehabt, aber diese Unwägbarkeiten, waren nicht ohne Sprengkraft.

    Madame ist noch dabei.


    Drei Pik waren schon mal nicht übel. Valerie schaute auf ihr kleine Vermögen und hörte kaum zu, wie Scaly den Unsympathen Lonnegan weiter reizte.


    Wortlos und ohne die Mine zu verziehen, ging sie mit und schon ihrerseits zwanzigtausend Livre in den Pott.

    Das liebte sie an Bernadette, sie wusste immer wann es Zeit für einen Kaffee war. Noch nie hatte die Kaiserin erlebt, dass sie das kostbare Nass verschüttete. Ihre Handbewegung deutete an, dass etwas nicht stimmte und dass dieses schlabbern mit Absicht geschehen war. Valerie war stolz auf ihre Vorzimmerdame.


    Das ist nicht weiter schlimm, Bernadette. Am besten wir überlassen dem Hauspersonal das Büro und gehen in den Garten. Es ist ein herrlicher Tag.


    Unverzüglich erhob sich Valerie und ging zur Tür. Sie blieb dabei kurz vor Bernadette stehen, neigte ihren Kopf vor und flüsterte leise. Danke.

    Nicht zum ersten mal hörte sie das es in Darien nicht so lief wie geplant. Wenn man auch mehr zwischen den Zeilen lesen musste. Trotzdem war es eine absolute Überraschung für Valerie, dass Anielle es diesmal zugab! Vielleicht hatte ihre Connetable diesmal zu hoch gepokert. Sie hätte Grund wütend zu sein, aber sie konnte es nicht.


    Wundert Dich das wirklich? Du hast den Konvent ... und vermutlich nicht nur den, oft hinters Licht geführt. Getan was Du wolltest und unumstössliche Tatsachen geschaffen, bevor jemand Einwände erhob. Bisher ging das gut, aber nun scheint es, dass wir Probleme haben mit deinem letzten Abenteuer.


    Sie hielt kurz inne.


    Mit UNSEREM letzten Abenteuer!


    Damit unterstrich sie, dass sie ihre Connetable weiterhin vertraute. Sie überlegte kurz. Langsam lernte sie Kaiserin zu sein. Valerie musste in die Offensive gehen, wenn sie nicht wollte das Anielle Saint-Just politisch kaltgestellt werden würde.


    Eine Rede vor dem Konvent. Eine plötzlich angekündigte kaiserliche Rede vor dem Hohen Haus, Von mir aus auch live im Fernsehen übertragen. In dieser Rede werde ich Stellung zu den Ereignissen in Darein nehmen und mich öffentlich hinter meine Connetable stellen. Dafür werben, dass Du das Vertrauen der Nation und vor allem das des Konvents verdient hast. Den Wortlaut, stimmen wir ab! Ich verspreche das ich diese Rede wortwörtlich so halten werden, wie wir sie schreiben. 


    Valerie stand auf, löste sich von dem Anblick den ihre halbnackte Frau bot und zog sich wieder soweit an, wie es mit einem T-Shirtkleid möglich war.


    Wie schlimm ist es in Darien? Was soll ich optisch darstellen? Wie soll ich die Rede halten? Klassich im dunklen Kostüm, in Uniform oder großer Robe mit Krone? Je nach Auftritt kommt das bei der Bevölkerung anders rüber. Von halb so wild, über es wird hart, bis hin zum versammelt euch hinter der Kaiserin zum letzten Gefecht.


    Langsam ging sie zu Anielle zurück, nahm ihren Kopf und drückte ihn an ihren Bauch.


    Egal was kommt! Wir stehen das gemeinsam durch, mein Herz. Ich liebe Dich.

    Eine kleine Tomate fand den Weg in ihre Hand und mit einem erleichterten Lächeln, hielt sie ihrem Onkel diese Tomate hin. Diesen Rat hatte sie schon von Anielle und Duroc bekommen.


    Für mich ist es schon wichtig eine Dynastie zu gründen. Auch wennn ich ständig zu hören bekomme, Wahlkaisertum! Es gibt keine Nachfolge durch Geburt! Aber genau das ist mein Ziel. Daher muss ich wohl einen Mann heiraten, aber einen der weiß wohin er gehört. Da wäre della Scala der beste Kandidat. Auch wenn es ein sehr teurer Spaß werden wird.


    Mehr in Gedanken als bewusst, reichte sie ihrem Onkel eine weitere Tomate.


    Allerdings soll er nicht der leibliche Vater meiner Kinder werden, sondern nur auf dem Papier. Er muss akzeptieren, dass ich für den Akt der Zeugung jemand anders im Auge habe. Della Scala wird für sein Einverständnis ein Vermögen erhalten und eine Drohung für den Fall das er die Klappe nicht halten kann. Glücklicherweise hat der potentielle Vater schon zugestimmt. Es geht mir nur um die Zeugung, nur um diesen Akt! Ohne Liebe, rein geschäftlich. Mein Herz bliebe somit da wo es schon immer war, bei der Frau die ich liebe.


    Sie nahm zwei Gläser aus der Halterung, griff zum Dekanter und goß beide Gläser voll. Eines davon hielt sie Jerome hin.


    Auf uns!


    Valerie hoffte nun, dass Jerome seinen Preis nennen würde. Das war nicht einmal böse gemeint, denn sie wollte ihn an ihrer Seite haben und mit einem Posten belohnen, der beiden gerecht wurde.

    Noch bevor Serville etwas sagen konnte, antwortete Valerie.


    Ich stehe fast jeden Tag in der Öffentlichkeit. Jeden Moment kann es mich erwischen. Das habe ich aus Brieuc gelernt. Also wo ist der Unterschied, zwischen meinen normalen Leben und dem eines Köders? Ich sehen keinen.

    Diese Worte ihres Privatsekretärs beruhigten sie. Das schafte Claude immer wieder. Claude kannte ihren Vater schon als sie noch nicht geboren war. Vielleicht stammte dieser Spruch tatsächlich von ihrem Vater. Er würde zu ihm passen.


    Wissen Sie, Claude, manchmal ist das mit dem kommandieren nicht ganz so einfach.


    Wenig später traf Fouche ein. Valerie bat die Herren zu opulenten Sitzguppe mit den weichen Polstersitzen. Kaum hatten die beiden Männer Platz genommen, platzte es aus Valerie heraus.


    Dein Bericht Kylian ist beängstigend! Warum stellen wir Brune und Friant nicht einfach an die Wand? Wenn das nicht geht, warum lassen wir Sie noch in ihren Funktionen, statt sie sprichwörtlich in die Wüste zum Sandkornzählen abzukommandieren?


    Eine kleine Pause.


    Ich weiß! Du brauchst nicht zu antworten! Wir sind trotz allem ein Rechtsstaat! Ohne Beweise geht nichts! Dann besorg mir endlich diese Beweise!

    Kaiser Eugene war auf dem Gemälde sehr gut getroffen. Viel zu wenig Zeit hatte sie mit ihrem großen Vater verbringen dürfen. Viel zu wenig Zeit, um sich mit allen machtpolitischen Wässerchen zu waschen. Viel zu wenig Zeit, um eine wirkliche Kaiserin zu werden. Wenn Papa noch leben würde ... meistens war sie bei dem Gedanken den Tränen nahe. Davor bewahre sie ihr Privatsekretär.


    Morgen Serville.


    Wieder sah sie zum Gemälde ihres Vaters hoch. Das daneben auch ein Gemälde ihrer Mutter hin, versuchte Valerie zu ignorieren.


    Was würde Eugenne getan haben, Serville?


    Sie drehte sich zu Serville um und schaute ihm ernst in die Augen.

    Valerie fand mehr und mehr gefallen an ihrem offiziellen Dienstsitz. Hier waren die Ministerien und die Entschieidungsträger gleich um die Ecke zu finden. Zudem fühlte sie sich der arbeitenden Bevölkerung näher, die auch selten von ihrem zu Hause aus arbeiten konnte. Majestät fuhren ins Büro!

    Nach dem Attentat hatte sie mehr Verständnis für die Sicherheitsmassnahmen die Fouche und Serville für sie trafen. Sie bestieg nicht einen ihrer Sportwagen um zur Arbeit zu fahren, sondern ließ sich brav in einer Limousine mit Fahrer und Leibwächter zum Palast bringen. Sie war etwas demütiger und ruhiger geworden, hatte mehr Verständis für diese Massnahmen. Mit ein Grund im TüTüLerien-Palast zu arbeiten. Hier war alles noch ein wenig strenger als in ihrem zu Hause. Hier legte sie sich selbst wesentlich mehr Disziplin auf, denn hier konnte sie nicht einfach durch den Park und weg. Trotzdem behielt sie ihre Arbeitsweise an und für sich bei. Starken Kaffee, Schuhe aus, Füße auf den Tisch, wenn sie alleine oder im kleinen vertrauten Kreis war.

    In dieser Sitzhaltung laß sie einen streng geheimen Bericht über die staatsfeindlichen Aktivitäten innerhalb ihrer Streitkräfte. Der Bericht war stammte aus dem Hause Fouche und war nicht mit den entsprechenden Einrichtungen des Militärs abgesprochen worden. Fouche hatte seinen Apparat ganz schön schwitzen lassen, blieb aber trotzdem vage. Es gab aber zwei Decknamen: Infidele und Imbecile = Brune und Friant! Kylian war vorsichtig wie immer. Aber er erklärte seiner Kaiserin, dass das Attentat nur ein dilettanisch ausgeführter erster Versuche war. Sein Bericht endete mit den Worten: <Es ist zu erwarten, dass die Fehler des ersten Versuchs ausgemerzt werden. Der nächste Versuch wird hinterhältiger und wesentlich raffinierter sein.>


    Müde legt sie den Bericht bei Seite und schloss ihre Augen.Dann starrte sie an die Stuckdecke. Einen kurzen Moment, dann setzte sie sich gerade hin, drückte auf den Knopf der altmodischen Gegensprechanlage. Bernadette, ich will die Herren Fouche und Serville auf der Stelle sehen.

    Mutig und imponierend, wie Scaly mit Lonnegan umsprang. Sie war die einzige Frau am Tisch und wurde vermutlich nicht sonderlich ernst genommen. Damit konnte Valerie leben. Auch damit, dass sie Geld verlor. Zum einen war es, wie bereits erwähnt, nicht das eigene, zum anderen war es nicht das Spiel was sie faszinierte, sondern der Mann der sie hergebracht hatte. Sie legte die Karten vor sich hin und schob zehntausend Livre wortlos in die Tischmitte.

    Besorgen wir ihm das leistungsfähigste was es auf dem Markt gibt. Auch auf die Gefahr hin, dass er es für seine politischen Ziele nutzen könnte. Onkel Fouche wird sicher ein waches Auge auf seine Internet-Aktivitäten haben.


    Valerie zog sich das kurze Kleidchen aus und wuschelte sich die langen Haare trocken. Nackt saß sie neben ihrer Frau und schaue sie verliebt an. Dackelaugen gleich Dackelblick. Vermutlich wusste Anielle das sie in solchen Momenten fast alles von ihrer Frau und Kaiserin bekam.


    Was bedrückt Dich, mein Herz?






    Erfreut schien er nicht zu sein. Warum sollte er auch? Valerie war auch nicht sonderlich davon angetan, einen Mann heiraten zu müssen. Jerome war ich Onkel und vielleicht der sollte sie ehrlicher zu ihm sein.


    Selbst wenn ich seine Karriereleiter wäre, er würde besser zu mir passen, als ein Ausländer oder ein x-belibiger hiesiger Kandidat. Scaly ist ein Spieler. Von mir aus kann er das gerne sein. Hauptsache er ist ein vorzeigbarer Beistellgatte. Mehr will ich nicht von ihm.


    Wie selbstverständlich nahm sie sich eine Tomate vom Tisch und biss hinein.


    Am liebsten würde ich ganz auf dieses Schauspiel verzichten. Am liebsten würde ich aus Liebe heiraten ... nur wäre das kein Mann!


    Jetzt war es raus. Hunger hatte sie nun keinen mehr. Dafür waren zuviele Ameisen im Bauch unterwegs.