Kaiserliches Staatsgestüt Brieuc

Nach dem Frieden von Saint Felieu im Jahre 1764 ruhten die Waffen zwischen dem Empire Outremer und seinem östlichen Nachbarn, dem Guffmanischen Reich zwar und auch die mittleren Provinzen Morven, Moria und Igraine waren dem Reiche gewonnen, doch war der Unterschied zwischen dem gelobten Land Outremers mit seinen friedliebenden, nur manchmal mordenden und nur zu bestimmten Phasen Unzucht treibenden Bürgern und den meist in den Sandstürmen der Le Grand Peut Halbinsel (oqcianisch Grand’p’ut, empirisch Laconien), der sogenannten Streusandbüchse, zeltenden Staubschluckern zu unterschiedlich, um dauerhaft Frieden zu bedeuten. Zudem gab ein immerwährender Wanderungsdruck frenqischer Siedler in Richtung des östlich an Moria angrenzenden Gebietes gar machen Grund zum Zwiste die schließlich in den vierten isfahanischen Krieg zwischen den Guffmanen (wohlbekannter Weise ein Teilvolk der Isfahanen, was den der Empirischen Elite allerdings egal war. „Alles Kasemuffen“ sagt man ja schließlich noch heute im rotweintrinkenden Bildungsbürgertum) mündeten, in welchem die Satrapien Morgaine, Drangiane, Touraine und Sogdiane zusammen mit dem gesamten südlichen Ufer Laconiens nicht nur tributpflichtig, sondern mit den neue Provinzen Dreux und Evreux sogar Teil des Reiches wurden. Diese beiden Provinzen waren somit von 1808 bis 1879 Teil des Reiches, waren dann genau wie die Republik Berry (damals noch in Myrtille und Fraise geteilt) unabhängig aber tributpflichtig und werden erst bei einer erneuten hanebüchenen Gelegenheit in durchaus verbrecherischer aber vor allem burschikoser Weise annektiert. Erst durch den Einspruchs Nordhanges und vor allem Andros wurden die Pläne der Connetable Anielle Saint-Just, neben der Sogdiane, welche ohne jedes Interesse für hegemoniale Interessen war, der Provinz Dreux die zu 88,4 % frenqisch besiedelt war und einigen anderen, kleineren Gebieten, wegen denen niemand einen Panzer abstaubt, auch gleich den ganzen, zumindest marginal berechtigten Anspruch auf die anderen oben genannten Gebiete durchzusetzen, vereitelt. Selbst die Provinz Evreux, wurde nur besetzt aber nicht einverleibt, doch auch hier ist der Einfluss des Reiches im jetzigen Palatinat mehr als zu spüren.

  • Klammheimlich hatte sich Valerie in ihren Morsche 822 VB Special gesetzt und das Palais Bariole in Richtung Zubringer verlassen. Sie gab den 500 PS ihres Traumwagens die Sporen. Während wohl im Palast die Telefone schrillten und der plötzliche "Ausflug" der Kaiserin an alle wichtigen und unwichtigen Stellen gemeldet wurde. Valerie konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen und trat das Gaspedal noch einmal durch. Das röhren des Motors hatte etwas erotisches, zumindest für Valerie. Nach einer guten Stunde auf der Autobahn bog Valerie auf eine der gewundenen Landstraßen ab. Nach weiteren 30 Minuten parkte sie ihren Sportwagen auf dem Hof des Kaiserlichen Gestüts. Sie stieg aus, ging um den Wagen herum und holte einen kleinen Korb mit frischen Äpfeln hervor. In für Valerie ungewohnter Kleidung, nämlich einer weiten weißen Bluse, einer sehr engen Reithose und rotbraunen Reitstiefeln, ging sie zu einer der Weiden. Der Stallmeister erkannte sie sofort und sorgte dafür das sie nicht angesprochen wurde. Allerdings informierte er pflichtschuldig Serville.

    Zielstrebig ging Valerie zu einer der Weiden und sah ihren Henry schon von weitem. Was für ein Pferd! Schwarz, riesig, schön. Am Gatter angekommen, rief sie ihn kurz bei seinem Namen und tatsächlich kam der große Hengst angetrabt. Ob er wusste das Valerie einen Korb mit Äpfeln dabei hatte oder ob er wirklich wegen Valerie so schnell kam, wer weiß das schon. Als er am Gatter stand senkte er den Kopf als ob er mit der Kaiserin schmusen wollte. Valerie streichelte seinen Kopf und drücke ihren Kopf an seinen.

    Mein schöner  Henry flüsterte sie dem Pferd zu und strich über seinen Hals. Dann gab es den ersten Apfel. Dann noch einen zweiten. Vorsichtig öffnete Valerie das Gatter, nahm Herny beim Zaumzeug und führte das vollkommen ruhige und gelassene Tier zum Stall in der er untergebracht war. Sie war ganz alleine mit ihrem Paradepferd. Legte ihm die Decke auf den Rücken und dann den Sattel. Dabei verwöhnte sie ihn mit Äpfeln und einer Menge Streicheleinheiten.


    Bald ist es wieder soweit, mein schöner Herny. Da müßen wir beiden wieder still stehen und eine Einheit bilden. Du wirst eine gute Figur machen, damit ich eine gute Figur mache. Aber diesmal wird die ganze Welt zu sehen. Du wirst ein Star werden. Ich werde mal wieder gekrönt, weißt Du! Als ob einmal im Leben nicht reichen würde. Dazu wirst Du verreisen müßen, weil wir in Karameique die Parade abnehmen werden.

    Sie klopfte ihm sanft den Hals und schmuste einen Moment.


    Du wirst auf mich aufpassen, damit nicht die Welt über mich lacht. Aber Du wirst das schon machen ... wie immer Henry.


    Es gab noch einen Apfel und Valerie schwang sich in den Sattel. Was ihr tatsächlich sofort gelang. Erst als Valerie fest im Sattel saß, trabte Henry los. Ganz ruhig und ohne Aufregung trug er seine Besitzerin aus dem Stall. Damit niemand mehr sehen konnte als nötig, lenkte Valerie ihren Hengst auf einen der Waldwege. Auf diesem Pferd fühlte sich Valerie ganz sicher. Sie würde nie ein anderes reiten wollen.

  • Gute zwei Stunden später ritt Valerie wieder auf den Hof des Gestüts. Sie fühlte sich wieder sicherer und sah ihrem Auftritt hoch zu Pferde gelassener entgegen. Im Stall ließ es sich Valerie nicht nehmen, ihr Pferd abzusatteln und zum dank ordentlich zu striegeln. Sie roch an ihren Armen und lachte. Jetzt rieche ich wieder nach Pferd, wie damals. Dann brachte sie ihren Hengst wieder auf die Koppel. Als sie wieder zu ihrem Wagen zurück ging, winkte sie dem Stallmeister zu. Plötzlich pfiff etwas an ihrem Kopf vorbei und schlug in den Sandboden hinter ihr ein. Geistesgegenwärtig und dank des intensiven Trainings bei der Spezialeinheit der Gendarmerie wusste Valerie sofort, das auf sie geschossen wurde. Sie warf sich zu Boden und robbte hinter ihr Auto. Dieser war nicht gepanzert, aber sie konnte dahinter auch nicht richtig ausgemacht werden. Zudem lang im Handschufach eine Pistole. Natürlich hatte sie mit dieser Pistole keine Chance gegen ein Gewehr, zumal man den Schützen nicht ausmachen konnte. Doch hatte Valerie auch nicht vor hinter ihrem Wagen liegen zu bleiben, sie wollte in die Stallungen, da hatte sie mehr Chancen. Allen Mut zusammen genommen, öffnete sie die Beifahrertür, griff blitzschnell ins Handschuhfach, nahm die Pistole und rollte sich gleich wieder von der Tür weg. Es zischte und eine Kugel zersplittere die Scheiben der Türen beider Seiten. Somit war klar das der Schütze auf der anderen Seite des Wagens seinen Standort hatte. Valerie kam auf die Füße blieb aber hinter ihrem Auto. Dann sprang sie mit zwei Sätzen, einen Haken schlagend, in den Stall. Dort warf sie sich gleich hinter die massive Backsteinmauer und hob ihre Pistole. Hier musst Du erstmal rein! Sie hörte aufgeregte Stimmen.


    Bleibt weg! rief sie dem Stallpersonal zu.


    Mehrfach wechselte Valerie in den großen Stallungen ihre Position. Scheinbar war der Schütze weg. Aber das war nicht sicher. Von weitem hörte sie Polizeisirenen die näher kamen. Valerie stellte sich gleich an die Stalltür und richtete ihre Waffe so aus, dass sie den Kopf eines Angreifers traf, sollte dieser den Stall betreten. Stattdessen hörte sie wie jemand rief: Majestät, hier spricht Capitaine Jusac vom Gendarmeriekommando Brieuc. Wir kommen jetzt zu Ihnen, Majestät. Valerie zog sich zurück und hockte sich hinter die Wand einer der offenen Pferdeboxen. Sie hörte wie der Stall von mehreren Leuten betreten wurde.

    Majestät wo sind Sie! Hören Sie Majestät.

    Dann stand plötzlich ein Gendarme in ihrer Box. Valerie sprang hoch und hielt ihre Pistole dem Fremden direkt von der Seite an den Kopf. Sofort ließ dieser Gendarme seine Maschinenpistole fallen. Und Valerie erkannte, dass sie in Sicherheit war.

    Glück gehabt, Soldat!

    Lächelnd senkte Valerie ihre Waffe.

  • Dank seiner Erfahrung und dem Talent seiner Kaiserin nicht immer alles so zu berichten, wie es hätte sein müssen, war dieses Attentat gescheitert. Den als Gaston Gabin, der Oberstallmeister des Gestüts Brieuc beim ihm anrief und mitteilte, dass die "flüchtige" Kaiserin bei ihm auf dem Hof war, wusste Claude was zu tun war.Er telefonierte mit dem Abteilungsleiter der Gendarmirieabteilung des Polizeiministeriums, dieser dann mit dem Chef des Gendarmeriekommandos Brieuc. Kurze Zeit später rückte der Bereitschaftszug des Kommandos zum kaiserlichen Gestüt aus und hielt sich versteckt in der Nähe auf. Gabin wurde die Rufnummer Jusacs mitgeteilt und der Rest ist Automatismus.


    <Alles noch mal gut gegangen>, dachte Claude als er im Hubschrauber saß und nach Brieuc flog, <Übers Knie legen sollte man Dich trotzdem, Majestät!>


    Als Serville schliesslich ankam, waren die polizeilichen Maßnahmen schon im vollen Gange. Es wimmelte von Gendarmen und Kriminalpolizisten. Er traf die verstaubte und etwas derangierte Kaiserin auf einem Stuhl im Schatten eines Baumes sitzend, im Gespräch mit einem Capitaine der Gendarmerie, vermutlich Jusac und einem Zivilisten. Wie immer schien Valerie die Herrin der Lage zu sein. Sie scherzte mit Jusac und ihre kehliges Lachen war weithin zu hören. Auf dem Weg zu ihr, sah er den Sportwagen der Kaiserin mit zerschossenen Fenstern.


    Er machte eine stramme Ehrenbezeugung vor seiner Kaiserin. Irgendwie war er stolz auf seine Kaiserin, die sich offensichtlich ganz gut geschlagen hatte. Auch wenn er sie immer noch gerne übers Knie legen würde.

  • Nach den Ereignissen in Pahlawan, von den an anderer Stelle vielleicht noch zu berichten ist, war Cedric eben nicht zum Hofe zurückgekehrt sondern hatte stattdessen eine Stelle beim kaiserlichen Gestüt angenommen wo man ihn nach annähernd gar nichts gefragt hatte sondern seine Expertise im Umgang mit Pferden einfach ignoriert hatte und ihn stattdessen zum Verwalter der angeschlossenen Kellerei gemacht hatte. Was die verschiedenen B-Vitamine so alles vermochten kann gar nicht hoch genug eingestuft werden. Und wer hier den Weg bereitet hatte war wohl auch klar, wollte Fouche doch den jungen Junot aus dem Orbis der Prinzessin schaffen.


    Dies war nun zwei Monate so und Cedric hatte seine Affinität zu verschiedenen Jahrgängen erprobt, sei es der Medoc der neunziger, oder die Blondinen der nuller Jahre. Mit einer von diesen hatte er den Tag verbracht, was beide auf den Boden einen Gebäudes geführt hatte, dessen Haupteigenschaften neben weichem Heu vor allem das Vorhandensein massiver Backsteinmauern war, die wohl das Leben der Kaiserin geschützt hatten.


    Sein unkeusches Tun hatte er zeitnah zum ersten Schuß unterbrochen um sogleich zum Fenster zu stürzen um zu sehen, was da denn los war. Während er seine Hose noch hochzog, sein Gemächt verstaute und aus dem Fenster sah, donnerte ein zweiter Schuß, Glas splitterte, "Bleibt weg" schrieh eine grenzvertraute Stimme.


    War das aus dem nahen, vielleicht 100 Meter entfernten Hain gekommen? Dort stand ein Wagen der Gendarmerie und man hätte sich einbilden können, das dort jemand stand und nur der im Kriege geschulte Blick eines Soldaten hätte es verifizieren können. Zum Glück hatte Cedric in Anturien gedient wo ihm sowohl wegen seiner wenig mannhaften Feigheit, als auch wegen seiner guten Augen die Rolle eines Beobachters übertragen worden war. Deswegen sah er auch den Mann der den Wagen nun anschob worauf sich dieser anschickte den Hügel hinab zu rollen, geradewegs auf das Haupttor der Liegenschaft zu.


    Was im Kofferraum war, konnte jetzt keiner wissen, dass niemand am Steuer saß würde jedem bald klar werden.

  • <DAS kann sie wirklich gut. Wieder zwei Menschen gewonnen, die sich für ihre Kaiserin in Stücke hauen lassen würden. Das selbe einnehmende Wesen, wie es ihr viel zu früh verstorbener Vater hatte. Charisma nennt man das wohl.>, dachte Serville.


    Er begrüßte die beiden Herrn und ließ sich informieren. Viel wusste man nicht. Vermutlich eine Einzelperson mit einem normalen Jagdgewehr. Keine Spezialmunition, vor allem aber ohne Schalldämpfer. Der Schütze wollte das man den Schuss hörte oder er war einfach nur unbedarft. Die Gendarmerie suchte derzeit die nähere Umgebung ab und auf den Straßen rund um Brieuc waren Straßensperren errichtet worden. Das Personenschutzkommando von Madame Mere wurde ebenfalls informiert, da das Schloss der Kaiserinmutter nur 30 Kilometer weit entfernt war. Mehr könnte man derzeit noch nicht sagen. Die Befragungen des Personals laufe noch.


    Dann wollen wir hoffen, dass es für heute genug Aufregung war.


    Claude schaute sich um. Er war lange genug Soldat um zu wissen, dass nicht alles so war wie es aussah. Zudem hatte er ein mulmiges Gefühl im Bauch. Der Instinkt eines Soldaten. Der siebte Sinn, wenn man im Gefecht überleben wollte. Diese friedliche Stille, beunruhigte ihn.

  • Der Wagen nahm immer mehr Fahrt auf und Cedric musste jetzt tatsächlich abschätzen was er tun sollte, schließlich war auf dem Hofe einiges Los und auch einige Waffen waren zu sehen und das letzte was er wollte war, sich eine Kugel zu fangen nur weil er jemanden Nervösen auf das Auto aufmerksam machte. Dies ließ sich aber kaum vermeiden wenn er etwas ganz harmloses tat, doch leider fiel ihm weder etwas cleveres noch eloquentes ein und so brüllte er einfach los.


    DAS AUTO! STOPPT DAS AUTO IHR IDIOTEN!


    Nach einem Pfiff der beabsichtigte, die Aufmerksam zu steigern zeigte er auf das Auto und hoffte, auch bemerkt und nicht beschossen zu werden.

  • Immer noch schaute sich Serville um. Dann sah er durch das offene Tor, dass ein Auto den Hügel hinab fuhr. Da es nicht sonderlich schnell war, ging Claude davon aus, das es rollte. Ob jemand hinter dem Steuer saß konnte er ebenfalls nicht erkennen. Plötzlich rief eine männliche Stimme, dass man das Auto stoppen sollte, gefolgt von einem lauten Pfiff. Claude sah den jungen Mann der auf das Auto aufmerksam gemacht hatte. Er handelte sofort.


    Jusac! Die Kaiserin!


    Der Capitaine der Gendarmerie reagierte sofort, zog die Kaiserin von ihrem Stuhl, nahm ihre Hand und zog sie in Richtung Hauptgebäude.


    Claude war, wie immer, unbewaffnet, trug jedoch die Uniform eines Colonels. Kraft dieser deutlich sichtbaren Autorität, brüllte er den Fahrer des Mannschaftstransporters an, er möge seine Karre in die Toreinfahrt stellen und dann schleunigst verschwinden. Bevor der Fahrer dem Befehl nachkommen konnte, schlossen zwei zivile Polizisten das schwere Eichentor. Der Mannschaftstransporter wurde rückwärts gegen das Tor gestellt. Alle die in der Nähe des Tors waren, nahmen sprichwörtlich die Beine in die Hand und suchten Deckung. Selbst der penibel gekleidete Serville warf sich hinter einem großen Baum auf den Boden. Wer weiß schon was für eine Höllenmaschine in dem Auto steckte.

  • Dreckig doch gut gelaunt, weil die Gefahr vermeintlich überstanden war, saß Valerie auf dem klapprigen Holzstuhl. Plötzlich wurde es hektisch. Rufen, ein Pfiff und Servilles knapper Befehl. Valerie konnte gar nicht anders, als sich von Jusac ziehen zu lassen. Verdutzt und aus reinem Instinkt rannte sie Jusac hinterher in das große Gutshaus in dem auch andere Angestellte und Polizisten Schutz suchten. Im Flur des Gutshauses hockten sie sich hin.


    Autobombe!, informierte Jusac die Kaiserin, drehte sich zur Tür und legte sein Sturmgewehr an, um im Notfall den Hof unter Feuer nehmen zu können.


    Die wollen es aber wirklich wissen! Aber ich bin zäh und haben die sieben Leben einer Katze!


    Mit festem Griff hielt Valerie immer noch ihre Pistole umklammert und schaute vorsichtig in den Hof.


    Davon haben Sie schon heute schon mindestens eines verbraucht, Majestät!


    Valerie musste Jusac zustimmen.


    Wenn nicht sogar zwei!

    • Offizieller Beitrag

    An dieser Stelle soll von zwei Männern berichtet werden von denen der eine, nennen wir ihn Jules, als Stallbursche beim kaiserlichen Gestütbeschäftigt war wohingegen der andere, nennen wir ihn Jim, gut versteckt in der Bebuschung lag, aus der er geschossen hatte. Beide, den geneigten Leser mag es nicht verwundern, standen im Brote einer gewissen Gruppierung deren Köpfe schon an anderer Stelle abgeschlagen gehört hätten.


    Doch nun zu Jim.


    Dieser hatte in das, was er gebaut hatte keinen Aufschlagzünder oder irgendetwas eingebaut, was explodiert wäre, hätte es denn eine Erschütterung gegeben, wie die, die es gab, als der Wagen von den schweren Eichentüren gestoppt wurde.


    Aber er hatte einen Fernsteuerung, Und vorher etliches in den Wagen gepackt, was auf Täter aus dem kasemuffischen Umfeld hindeutete.

  • Alles wartete auf den Knall der Explosion. Aber es tat sich nichts. Valerie schaute fragend zu Jusac hinüber. Der schüttelte mit dem Kopf.


    Wer weiß was für eine Höllenmaschine in dem Wagen verbaut ist. Wir bleiben erst einmal hier, Majestät. 


    Valerie, war zwar nicht feige, aber auch nicht Lebensmüde und stimmte ihrem persönlichen Gendarme zu. Entspannt hockte sie sich mit dem Rücken zur Wand auf den Fußboden. Sie sah in den Flur des Gutsgebäudes in dem auch Andere Schutz gesucht hatten. Sie dachte an die Stimme die vor dem anrollenden Auto gewarnt hatte. Diesen Jungen wollte Valerie unbedingt kennenlernen. Wer weiß was passiert wäre, wenn er das nicht getan hätte.

  • Das sie ihn ja eigentlich kannte, hatte Sie ihn, als Jugendfreund Ihrer Schwester doch schon sicher dutzende Male gesehen, war Cedric eins, schließlich hatte er die grenzvertraute Stimme zwar gehört, sich am ... sie wissen schon wo ... gekratzt um sie dann spontan nicht einordnen zu können. Doch auch die Blondine war vergessen obwohl Cerdic nicht daran dachte seinen Standort zu verlassen. Erstmal.

  • Es war schon ewig lange her, dass Serville mit der Nase im Dreck gelegen hatte. So langsam fühlte er sich auch zu alt für solche Stunts. Hier war er der Ranghöchste Offizier und lag trotzdem auf dem Boden. <Aufrecht sterben, soviel Zeit muss sein, Claude! Nur Mut, mon Colonel!>. Er sammelte seine müden Knochen, lief geduckt zu den Stallungen und kam gleich neben der Stiege zum Heuboden zum stehen. Ohne weiter zu überlegen kletterte er die Leiter hinauf. Etwas hinter Atem stand er auf dem Heuboden und sah einen jungen Mann der das Schauspiel quasi aus der Loge verfolgte.


    Haben Sie und eben gewarnt?


    Freundlich schaute er dem Jungen ins Gesicht.

  • Capitaine Jusac schaute auf die Pistole die Valerie in der Hand hielt. Es war die Standardwaffe der Gendarmerie.


    Können Sie damit umgehen?


    Diese Frage war nicht frech oder unangemessen, er wollte einfach die Spannung nehmen, die immer noch in der Luft lag, weil sich nichts tat. Trotzdem fühlte sich Valerie ein wenig angegriffen.


    Was glauben Sie denn, Capitaine? Ich hatte nicht viel Zeit mit meinem Vater, aber er hat dafür gesorgt, dass seine Tochter, die eigentlich ein Sohn hätte sein sollen, auf sich selbst aufpassen kann. 


    Ihre schwarzen Augen funkelten. Valerie wurde wütend.


    Kennen Sie Rene Villefort?


    Jusac nickte mit dem Kopf. Natürlich kannte er den Ausbildungsleiter der Spezialkommandos der Gendarmerie. Der Mann war eine lebende Legende.


    Gut, dann kennen Sie meinen Ausbilder!


    Mehr gab es nicht zu sagen. Ernst schaute sie noch einmal in den Hof. Serville hatte seinen Platz verlassen und war scheinbar in die Stallungen gelaufen. <Mach keinen Mist,Claude!>

  • Als ein wohl dreckigeres Gesicht als vom Gesicht vermutet am oberen Ende der Leiter erschient grinste Cedric erst einmal während seine blonde Freundin ihre Prächte zu bedecken begann wozu sie noch gar nicht gekommen war, hatte sie sich doch erstmal versteckt.


    Wenn ich jetzt nicht ins Fernsehen komme, dann würde ich es zugeben, Colonel.


    Die von manchen Teilen der Boulevardpresse aufgebauschte Fastromanze mit der Prinzessin war vielleicht noch nicht ganz vergessen weswegen Cedric sich lieber ausserhalb irgendeines Fokus halten wollte.


    Es ist aber noch nicht vorbei denke ich.

  • Der junge Mann war Serville nicht unbekannt. Hatte er doch ein gutes Gedächnis was Gesichter anbetraf. Aber das war Nebensache.


    Davon gehe ich aus, dass wir noch nicht durch sind. Von hier oben kann man aber besser sehen was noch kommt.


    Er erkannte den Wagen der inzwischen schneller geworden war, jedoch irgendwie nicht so richtig in Fahrt kam.


    Merkwürdig, finden sie nicht auch?

    • Offizieller Beitrag
    ...

    hätte es denn eine Erschütterung gegeben, wie die, die es gab, als der Wagen von den schweren Eichentüren gestoppt wurde.

    Nach circa 20 Sekunden hatte einer der Spießgesellen keine Geduld mehr und drückte auf den Knopf wonach es eine Explosion gab und ein Inferno aus Feuer und herumfliegenden Teilen des massiven Tores die Szenerie in eine A-Team reife Szene tauchte wobei, ganz der Einordnung entsprechend, niemand verletzt wurde was ja auch gar keine Absicht gewesen war.


    Der eigentliche Treibsatz, eingebettet in ungefähr zweihundert Kilo Nägel, sollte nun nach weiteren 60 Sekunden explodieren, tat es aber sofort und hatte nun die Wucht, jeden todesmutigen Gesellen der keine Deckung gesucht hatte, in Hackmett aus nicht Fleisch, Stoff und Dummheit zu verwandeln.


    Dies war der Moment in dem Jules seine Waffe zog um zu sehen, wo denn die Kaiserin wäre.

  • Die gewaltige Explosion war auch im Hauptgebäude nicht nur zu hören, sondern auch deutlich zu spüren. Jusac und die Kaiserin schauten vorsichtig in Richtung Tor. Die Wolke war gewaltig. Staub und überall Trümmer.


    Da stimmt etwas nicht! Das war zu viel des Guten auf einmal!


    Valerie schaute zu Jusac, als sie das sagte, der nickte nur. Mit ein paar Handbewegungen verteilte er die wenigen Männer die sich ins Haupthaus zurückgezogen hatten. Dann warf er Valerie sein Reservemagazin für seine Dienstpistolte herüber.


    Wie in der Mausfalle!


    Nein, Majestät. Das hier ist eine Festung.


    Valerie löste die Sicherung an ihrer Pistole und steckte das Reservemagazin in ihre Hosentasche. Nie hatte sie gedacht, dass sie wirklich einmal das anwenden würde was sie bei Villefort gelernt hatte.

  • Rein gefühlsmässig ließ sich Claude auf den Bauch fallen. Er spürte seine Rippen. Und lag gleich neben dem jungen Mann der sich ebenfalls hingeworfen hatte. Als der extrem laute Knall verklungen war, hob Claude seinen Kopf.


    Verdammt, was war das? Wenn das Ding im Hof hochgegangen wäre ...


    Vorsichtig kroch er an den Rand des Heubodens und schaute auf die Toreinfahrt. Das mächtige Tor hatte zwar nicht gehalten, aber die größte Wucht aufgefangen. Um den Mannschaftswagen war es ebenfalls geschehen.


    Jetzt erinnerte er sich an den Namen des jungen Mannes.


    Junot! Schleicht da nicht einer durchs Gebüsch?


    Serville sah immer noch gut, für einen Mann in seinem Alter, aber das war dann doch zu weit. Desweiteren bereute er es bitterlich, dass er immer unbewaffnet war. Ein Kaiserreich für ein Gewehr!

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