Penthouse - rue des roses No. 1

  • Mein schöner Engel. Ich wollte Dir nicht weh tun. Wir kennen uns erst ein paar Stunden und trotzdem bin ich mir sicher, dass wir zusammen gehören.


    Er nahm sie in die Arme und drücke sie fest an sich.


    Leonor, mein Engel, ich liebe Dich. Du bist nicht Schuld. Du bist so anders und ich vergesse immerwieder, dass Du ein ganz besonderer Mensch bist.


    Vorsichtig zärtlich streichelte er ihren Kopf und die langen schönen Haare.


    Du bist besonders, nicht weil Du eine echte Prinzessin bist, sondern weil Du viel Liebe und Verständnis brauchst. Die Welt, wie ich sie kenne, ist Dir fremd. Darauf werde ich Rücksicht nehmen, mein schöner Engel. Aber ich verspreche Dir, dass ich Dich zu nichts zwinge und dass Dir die Welt ausserhalb deines goldenen Käfigs gefallen wird.


    Mit beiden Händen nahm er ihren Kopf und schaute in ihre wundervollen Augen. Dann küsste er Leonor sanft auf die Lippen.

  • Sie hat sich nicht geirrt. Noch waren ein paar Gedanken über Cedric in ihrem Kopf, doch nicht mehr im Herzen.


    Leonor hatte Jean dort und so, wo und wie sie es wollte. Zwar war das unbeabsichtigt und der Liebe zuzusprechen, doch er veränderte sich, Leonor zuliebe. Sie ließ sich küssen, zärtlich, wild, wieder zärtlich, bis er einen leichten Biss auf seiner Lippe spürte.


    Und was ist mit dem Tisch und dem Essen?


    Ihre Nase rieb sich leicht auf seine, auch wenn Leonor dafür auf die Zehenspitzen stand.


    Meine Mutter hat mir beigebracht, wie man den Tisch deckt. Ich war noch klein und die Eltern mochten noch einander. Vater meldete seinen Besuch und Mutter schob auf mich die Arbeit mit dem Tisch, damit sie sich hübsch machen konnte. Ich war wahrscheinlich in meinem früheren Leben eine Elster. Es war wie ein Zauber, goldene Löffel, Messer, Kristallgläser und das funkelnde Licht. So habe ich das gern gemacht.


    Ob diese Zeit der Verliebtheit...vielleicht Leonor, doch der Raum sah nicht mehr so kühl und unbewohnt. Sie lief zum Tisch, zauberte die Deckchen und Besteck. Er wußte nicht einmal, dass er sowas hatte wie Tischplätzchen.

  • Mit der Zeit würde sich vieles ändern. Nicht nur Jean, auch sein Engel würde sich ändern. Leonor musste nur genug von der Welt außerhalb des goldenen Käfigs und des behütenden Enge der schwesterlichen Liebe, kennenlernen.


    Fangen wir langsam an. Die Welt ist nicht nur das Palais Bariole und auch nicht nur die Familie Beauharnais. Es gibt ganz normale Menschen. Die stehen nicht auf der großen Bühne. Da ist es kein Staatsverbrechen, wenn man dem Menschen den man liebt, diese Liebe auch zeigt. 


    Wie verspielt sie war. Jean liebte es, er liebte es wie sie ihre Nase an der seinen rieb. Er liebte es wie sie sich bewegte, um den Tisch zu decken. Er liebte sie von ganzem Herzen.


    In der Küche fühlte er sich wohl. Leise summend bereitete er das Essen für seine Frau, wie er sie schon im Geiste nannte und sich selbst.

  • Leonor fühlte sich wohl. Sie war geliebt. Sie fühlte es. Ihre Mutter. Auch wenn sie gern von ihr Nettigkeiten las, wußte Leronor in ihrem Inneren, dass sie nur ein Werkzeug war. Sie wollte sich das nur nicht gestehen. Sie hüllte sich in diesen Cocon der Lügen und Täuschungen und sicherte damit ihr Herz ab. Jean.. das war anders. Es war beängstigend schnell, beängstigend stark.


    Sie warf ihm verstohlene Blicke, eher er hörte.


    Es ist nicht so, dass ich die Welt nicht kennen würde. Wenn die einfachen Menschen die Fehler machen, wird ihnen der Kopf nicht abgeschlagen. Keiner legt ihre Schritte, ihre Taten oder Nichttaten auf die goldene Waage. Ich bin eine Prinzessin und keine Kaiserin. Das Tun einer Kaiserin fällt nur auf sie selbst. Das Tun einer Prinzessin beeinflusst nicht nur sie sondern auch das gesamte Kaiserliche Haus, denn sie ist eine Prinzessin und ist damit angreifbarer als eine Kaiserin. Deswegen war es nicht.. Leonor, das wird dir nicht gut tun, sondern Leonor, das wird deiner Schwester nicht gut tun, dein Verhalten. Verstehst Du jetzt den Unterschied, Jean?


    Jean hat schon in dieser kurzen Zeit bemerkt, dass Leonor Zeit braucht, um ihm die Antwort zu geben. Ihr Rhythmus unterschied sich von allen Leuten, die er kannte.

  • Aus diesem Winkel hatte Jean die Sache tatsächlich nicht betrachtet, jedoch verstand er nun unter welchem Druck diese kleine, zierliche Frau stehen musste. Mit der kaiserlichen Familie in keinsterweise verwandt, war er auch von dort herrschenden Regeln und Zusammenhängen völlig unbeleckt. Er kannte ihre Mutter gar nicht und ihre Schwester nur von der offiziellen Seite. Das würde sich ändern, wenn er erst verlobt und dann mit Leonor verheiratet war. Dann war auch er Teil dieser merkwürdigen Familie.


    Wer macht Dir denn diese Vorwürfe? Doch nur deine Familie, in persona deine Mutter und deine Schwester. Ich glaube das Volk würde Dir mehr nachsehen, als es deine Familie tut. Valerie ist unnahbar und nicht sonderlich volksnah. Auch wenn sie sich bemüht, deinen Status als Prinzessin der Herzen, wird sie nie erreichen. Also hast Du weder dem Thron, noch dem Haus Beauharnais geschadet. Im Gegenteil! Du bist die Sympathieträgerin der Familie.


    Er goß ihr ein Glas Rotwein ein und gab es ihr einfach. Mit dem Po an die Anrichte gelehnt und einem bübischen Lächeln fuhr er fort.


    Das Essen kocht jetzt von alleine, nur aufpassen muss ich noch. Wie ich auf Dich und deine lieben Verwandten aufpassen muss, damit sie aus Dir keine Marionette mehr machen! Lebe Leonor! Frag Dich nicht immer, ob Du es deiner Schwester recht machst oder nicht. Was will sie den tun? Dich verbannen, Dich einsperren, Dich in ein Kloster schicken oder verheiraten? Dein Stellenwert im Volk ist für die Krone immens wichtig! Da Du  nicht die steife Valerie bist, sondern die lockere und nette kleine Schwester, dann Engelchen, wird Dir alles vergeben! Die Kaiserin wird respektiert und verehrt. Du wirst geliebt!


    Wieder zog er Leonor an sich heran, um sie leidenschaftlich zu küssen.

  • du bist lustig. Jean..


    stöhnte Leonor in seine Küsse, ihr Körper war wie Seide, die sie zu tragen liebte.


    Tue besser nicht so, als ob Du meine Familie verstehst. Ich will daran nicht denken, nicht wenn ich bei Dir bin. Ich will etwas von Dir bekommen, was mich an Dich erinnern kann. Ich habe nicht so viel jetzt bei, aber ich werde dir etwas schicken, per Post, sobald ich in meinem Garten.. Habe ich dir gesagt, dass ich im Gartenhaus lebe? Es ist wirklich ein Gartenhaus mit nur 7 Zimmern. 7 kleinen Zimmern. Nur Chloe und ich und Marco kommt ab und zu helfen, wenn ich ihn rufe. Weißt Du, dass Marco bald heiratet? Er ist ein ...


    Leonor küsste zärtlich Jean und er spürte, dass sie nach der Fassung ringte


    .. er ist ein Freund. Ich habe ihm angeboten, wenn er das weill, er und seine Braut, dass er die Palastkapelle nutzt, für die Trauung. Serville wird es ihm als Vorschlag unterbreiten, ohne meinen Namen zu nennen. Weißt Du warum? Damit die anderen nicht neidisch werden und nicht denken, dass ich ihn bevorzuge. Das ist die Realität. Ich habe eine Katze dem Kind einer unserer Bediensteten geschenkt. Sie wurde fristlos gekündigt. Ich habe einem geholfen, die Stelle im Palast zu bekommen, er wurde weggemobbt. Ich darf keine Partei ergreifen, ich darf im Palast keine Lieblinge und keine Freunde haben. Hast Du "den kleinen Prinz" gelesen? Die Rose unter der Glasglocke. Ich hoffe, du bist der Prinz, mein Prinz, der keine Angst hat. Sonst.......


    Plötzlich formte Leonor ihre Finger zu den Krallen und... Agrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr grollte Sie wie ein Tiger..eigentlich eher wie ein kleines Kätzchen, und fiel auf seine Brust, um dann Jean zu küssen.

  • Engelchen ich werde mit deiner Familie leben müssen, weil ich Dich liebe. Somit bleibt nichts anders über, als zu versuchen sie zu verstehen. Doch meine Meinung Nebensache. Ich lieb Dich und nicht deine Schwester.


    Vorsorglich rührte er die Soße um.


    Wir haben alle Zeit der Welt. Reden wir von uns. Vón Dir und mir. Nicht von deiner oder meiner Familie. Ich will  dich glücklich machen. Also was würde Dir wirklich Freude machen ... ausser deine Schuhe aus dem Auto zu werfen?

  • Es kam aus Leonor wie geschossen, ohne nachzudenken


    niemals von Dir trennen. Es gibt für mich nur drei Optionen. Einen Prinzen heiraten und ins Ausland verschwinden. Einen Bürgerlichen heiraten und alle Thronansprüche damit begraben. Nonne werden. Und Capet heiraten, damit unser gemeinsame Kind beide Blutlinien vereint.


    Sie sprach darüber so emotionslos, als sei es eine Routine. Nur beim Namen von Capet zuckte sie merklich und ihr Gesicht machte eine Miene, als ob sie etwas eckelhaftes sah.


    Valerie versprach mir die Freiheit in dieser Angelegenheit. Daher... Ich dachte, Dich meiner Schwester nach der Krönung als meinen Auserwählten vorzustellen. Wenn Du nichts dagegen hast und nicht denkst, es ist zu schnell für Dich. Dann werde ich Dich umgarnen, bis Du mir völlig ergibst und meinem Werben nachgibst.


    Sie begann sachlich und beendete mit einem Witz und Lachen, als sei sie diejenige, die sich um ihn wirbt.


    Laß mich einfach nicht all zu lange warten, auf uns. Mehr will ich nicht. Und Du?

  • Lächelnd schaltete er die Herdplatten ab, hob seine Prinzessin, sein Engelchen hoch und küßte sie.


    Wir werden sehen, wer sich wem ergibt, kleiner Engel. Aber ich bin bereit es mit der ganzen Welt, einschliesslich Valerie d'Outremer, aufzunehmen. Ich will Dich, nicht nur für eine Nacht ... für immer Engelchen. Es geht mir noch viel zu langsam! ... Und jetzt wird gegessen, ich habe richtig Hunger!


    Er dachte, als er die Schüsseln füllte, dass er als Duc de Guagnano keine schlechten Chancen habe, wenn es denn unbedingt auf den Stand ankommen würde. Er würde um seine Leonor kämpfen!

  • Und ich auch, auf Dich und Deine Kochkünste.


    Ihre Hände umarmen seinen Hals und die Augen strahlen ihm entgegen. Ach, wie schön ist es, verliebt zu sein. Sie waren wie zwei klassische Turteltäubchen und füttern sich gegenseitig mit Hingabe und vielen Küssen dazsischen. Danach war das volle Programm mit dem gemeinsamen Duschen und dem Bett und dann wieder Duschen und dann wieder Bett.

  • Es schien als ob sich der Himmel endlich für ihn öffnete. Jean war unendlich glücklich, gab sein Glück an seine Prinzessin, sein Engelchen, seine Leonor zurück. Diese Nacht würde er nie vergessen. Als sie nach einer langen Nacht voller Liebe, einschliefen, träumte er sogar von Leonor, von Kindern, einem schönen zu Hause und einer Krone die er immer auf dem Haupte seiner Leonor sah.

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