Penthouse - rue des roses No. 1

  • Für Jean hörten sich diese Wort nach einem echten Abschied an, nicht nach einem der sagte, bis nacher, ich muss nur kurz weg.


    Was soll das? Leonor, ich liebe Dich. Ich lasse Dich nicht weg, ohne zu wissen, wann wir uns wiedersehen. Mir ist klar, dass Du Verpflichtungen hast.Du bist schliesslich die kaiserliche Prinzessin, aber das ändert nichts daran das ich sie liebe und mit Dir Freude UND Leid teilen will.


    Das hörte sich einfach theatralisch an. Doch fielen Jean keine anderen Worte ein. Noch nie war er so verliebt.


    Bei mir bist Du Leonor und nicht die Prinzessin die man in Magazinen und im Fernsehen bewundern kann. Hier bist Du meine Leonor! Hier schaut keiner zu! Hier darfst Du, einfach nur DU sein. Laß mich dir helfen, dass Du wieder zu Dir selbst findest.


    Er zog sich seine Jacke an.


    Schicke den Wagen weg! Ich fahre Dich nach Hause. Ohne Chloe und ohne Leibwache.


    Das war nun wirklich keine Bitte. Das war eine klare Ansage!

  • Entweder ist er mutig oder er versteht es nicht. Leonor kämpfte mit sich selbst um diese Freiheit und war dabei zu verlieren. Jean sah diese Qual in ihren Augen, in ihrer Haltung. Liebte sie ihn? War das wichtig für ihn, dass Leonor ihn liebte? Auf jeden Fall war er ihr nicht gleichgültig, sonst hätte sie sich nicht so benommen. Er sah, wie sie versucht hat, etwas zu sagen, doch kein Wort kam über ihre Lippen. Sie war tapfer genug, sich ihm hinzugeben und jetzt ... war das die Angst? War sie feige? Endlich hörte er die Antwort auf seine stumme Frage.


    Ich will nicht, dass Du es später bereuen wirst und ich will nicht, dass ...


    Leonor nuschelte etwas unter ihr hübsches Näschen. Erst, als Jean sie mit einem Ruck aufgefordert hat, sagte sie das laut.


    dir was zustößt. Warum verstehst Du das nicht, dass dein Schutz ist, wenn ich mich von dir fernhalte!


    Nein, Leonor schrie nicht. Wenn sie geschrien hätte, wäre es einfacher für Jean.


    Die Antwort darauf gab Jean sofort. Er nahm Leonor auf die Arme und brachte sie zu seinem Auto. Chloe wollte verhindern, doch es war Marco, der sie einfach in das schwarze Auto schubste und die Tür mit einem Krach schloß.


    Bring mir meine Prinzessin heil nach Hause


    Warf der Schrank Jean zu und plötzlich lächelte er spitzbübisch dabei.

  • Mit einem Augenzwinkern bedankte sich Jean bei Marco und rief zu ihm hinüber:


    Ich werde auf sie aufpassen, versprochen.


    Als er neben Leonor am Steuer seines Sportwagens saß, war er der glücklichste Mensch auf diesem Planeten. Marco hatte ihn verstanden.


    Zeit über das nachzudenken, was Leonor ihm kurz zuvor noch in seiner Wohnung gesagt hatte, hatte er nicht.


    Bisher konnte ich immer gut auf mich selbst aufpassen. Allerdings hatte ich es bisher nicht mit der Kaiserin Outremers zu tun gehabt. Deine Schwester kann nicht alles und darf nicht alles. Das sollten wir nie vergessen. Zwar heißt es hinter der Hand , dass sie ein Biest ist. Doch darauf lasse ich es ankommen! Für Dich, mein Herz, würde ich mit einem Bären ringen, obwohl der sicher strenger riecht, als unsere Kaiserin.


    Lachend gab er Gas, nicht zu viel, aber auch nicht wie ein Rentner.


    Du musst gleich nur hübsch winken, wenn wir bei Dir zu Hause durch das Tor fahren wollen.

  • Sie hörte Marcos Stimme und die Worte von Jean stoßen in ihre einen neuen Gedanken. Vielleicht übertreibt sie, vielleicht ist es halb so schlimm? Oder gar nicht schlimm? Sie hatte plötzlich diesen Bedürfnis, Jean nicht aufzugeben. Leonor legte ihren Kopf kurz auf seine Schulter. Er spürte ihren ein wenig unruhigen und doch einen so warmen Atem und das pochende Herz. Diese Geste war wertvoller als tausende Worte. Ihm wurde plötzlich noch mehr bewußter, wie sehr diese Frau an seiner Seite von allen seinen früheren Eroberungen unterschied.


    Marco wird bestimmt uns anmelden und wenn nicht er, dann Chloe. Kann ich Dich bitten, nicht so ein siegesreiches Gesicht dem Wachposten zu zeigen?


    Leonor schärzte, dann ging ihr besser und die Unruhe wich aus.

  • Es tat so gut, als sich Leonor an ihn lehnte und er sie spüren konnte. Doch kein Abschied für immer. Dafür ein Gefühl, als wären sie beide schon ewig ein Paar.


    Du bist nervöser als ich. Ich werde dich beschützen, vor allem und jedem.



    Tatsächlich öffneten sich die Tore fast von alleine. Die beiden Wachposten salutierten und Jean nickte den beiden freundlich, aber nicht überheblich zu.


    Hier war ich noch nie. Bis zum Tor kannte ich den Weg, aber hier ... hier musst Du mir nun sagen, wie es weitergeht.


    Ganz langsam fuhr er an der Wache vorbei und sah im Rückspiegel, wie Marco mit seinem Wagen folgte. Im Morgenlicht strahlte das Palais Bariole. Hier wohnten also seine Prinzessin und Valerie die Jähzornige. Jean war gespannt wie es weitergehen würde.

  • Dann aber überkam ihn sein Draufgängertum. Bisher war er einfach zu brav gewesen und hatte seine Freundin nach Hause gefahren. <Zu einfach!> Sein zufriedenes Lächeln, wich einem spitzbübischen Lächeln. Er sah noch einmal in den Rückspiegel. Marco war zu nah aufgefahren, um ihm den Weg versperren zu können. Jean legte den ersten Gang ein, gab Gas, drehte das Lenkrad nach links und drehte den Wagen in Richtung Tor. Leonor konnte sich gerade noch festhalten. Dann donnerte der Sportwagen mit röhrendem Auspuff wieder auf das noch offene Tor zu. Die Wachen reagierten zu langsam und schon war Jean wieder auf der Straße und gab noch einmal seinen 500 Pferdchen die Sporen.


    Du wirst gerade entführt!


    Er drehte sich zu Leonor und lachte.


    Der Tag gehört uns!

  • Selbstverständlich hatte Marco Serville telefonisch von dem unterrichtet von dem was vor der rue des roses No. 1 passiert war und sich bis zum Palais Bariole zugetragen hatte. Er stand am Fenster seines Büros und sah, wie Jean Custine mit seinem Wagen brav durch das Tor fuhr. Irgendwie war Claude enttäuscht. Der Kavalier brachte seine Dame brav nach Hause. Doch dann sah er wie der knallgelbe Preston Martini plötzlich drehte und mit quietschenden Reifen und röhrendem Motor zurück zum Tor raste.


    Na endlich! Du hast mich doch nicht enttäuscht! Macht euch eine schöne Zeit.


    Claude sprach selten mich sich selbst, aber diesmal war es ein Bedürfnis.


    Auf seinem Mobiltelefon drückte er die Taste die ihn mit Marco verband. Der hatte Chloe rausgeschmissen und gerade seinen Dienstwagen gedreht.


    Marco, Sie folgen dem Wagen auf keinen Fall. Sie haben ihre maximale Dienstzeit bereits überschritten! Sie verstehen mich! Ab sofort haben sie drei Tage Urlaub! Und noch etwas. Sie haben sich vorbildlich verhalten! Machen Sie sich keine Sorgen.


    Dann legte er auf, weil ein weiterer Anrufer in der Leitung war. Der Hauptmann der Wache. Den aufgeregten jungen Mann konnte Serville noch so eben davon abhalten, Großalarm auszulösen, weil ein Mitglied des Kaiserhauses offensichtlich entführt wurde. Ein kurzer, knackiger Befehl und die Sache war erledigt. Er deckte Leonor und Jean den Rücken. Er wusste das der Prinzessin ein Mann wie Jean Custine gut tat.

  • Leonoir war gerade dabei, das Fenster nach unten zu "kurbeln" und dem Wachposten etwas zu sagen wie.. ich bin hier oder Prinzessin Leonor, bitte in Empfang zu nehmen .. als sich plötzlich der Wagen drehte und der total glückliche Gesichtsausdruck mit einem spitzbübischen Piratzenlächeln ihr direkt sagte, sie wäre jetzt entführt. die ersten ein paar Sekunden war Leonor schockiert. Mit einem halben Auge sah sie Marco und die Wache. Doch dann nickte sie, öffnete das Fenster, bückte sich nach unten und zog ihre Schuhe aus, um dann diese aus dem Fenster zu werfen.


    In diesem Fall sollst Du mir die Schuhe wegnehmen. Eine Prinzessin wird niemals barfuß laufen. So hast Du meine mögliche Flucht auf alle 100 % verhindert.


    Man sah Leonor noch kurz winkend und schon war das Auto um die Ecke verschwunden.


    Kauft der Pirat seiner entführten Prinzessin Schuhe oder wird er sie auf Händen tragen?


    Mir würden beide Varianten gefallen


    Leonor lachte auf. Ob dies den Umständen oder der Liebe zu verdanken war, doch plötzlich war Leonor keine Prinzessin mehr für Jean. Sie war sein Schatz, seine Frau. Leonor's Gedanken schoben sich in die andere Richtung als am Anfang und es gab keinen Abschied in diesen Gedanken mehr sondenr eher .... entspannt schön, locker und keine Verpflichtung der Absage oder Zusage.

  • Die kleine verrückte Frau gefiel Jean immer mehr. Diese Idee einfach ihre Schuhe aus dem Fenster zu werfen, fand er überwältigend.


    Da wo wir hinfahren, brauchst Du keine Schuhe. Im Gegenteil, das wären sie sogar hinderlich.


    Er nahm ihre linke Hand und küßte sie zärtlich.


    Später werden wir Dir neue kaufen, dazu werde ich Dich auf Händen tragen. Wie es sich für einen Kavalier gehört, der seine Herzdame anbetet.


    Mit hohem Tempo verließ er die Innenstadt und brauste ein Stück über die Autobahn, um dann auf der Küstenstraße langsam, um mit Sinn für die Schönheit der Landschaft, seine entführte Prinzessin auf einen entspannten Tag einzustimmen.


    Ein schmaler Weg in Richtung Strand. Jean parkte seinen Wagen in den Dünen, stieg aus, ging auf die Beifahrerseite, öffente die Tür und hob Leonor aus dem Wagen. Er küsste sie leidenschaftlich, als er sie auf seinen Armen zum weißen Sand hinunter trug.


    Siehst Du, hier brauchst Du keine Schuhe. Auch nicht als kaiserliche Prinzessin. Barfuß im Sand, ist viel schöner.


    Sanft setzte er sie ab, nahm ihre Hand und ging mit ihr den Strand entlang.


    Ich liebe Dich, Leonor.

  • Ihre Hand in seiner. So vertrauensvoll, als hätte sie diesen Mann schon jahrelang gekannt. Darf sie das? Warum auch nicht! Es waren wenige Passanten am Strand, der Tag ging in den späten Nachmittag und viele zogen sich zurück, um ihren Kaffee oder Tee zu trinken, sich auf den Abend vorzubereiten. Leonor war es fünfmal so recht, dass sie ungestört sind. Ihr Körper sehnte sich nach seiner Umarmung. Sie spürte es physisch, diese Sehnsucht, weigerte es, sie zu zeigen und hatte Angst, dass diese so offenbar zu sehen wäre und mit dem bloßen auge erkannt wird. Seine Worte..Leonor wollte Jean nicht anlügen. Sie konnte nicht sagen, wie er, so einfach, ich liebe dich. Liebte sie ihn überhaupt? Er sah ihren unentschlossenen Blick. Es machte ihr Angst, dass er diese Worte von ihr verlangt, erwartet. Der Druck verlagerte sich auf ihren Körper und verstärkte die Sehnsucht. Leonor wählte die intuitiv die beste Entscheidung. Sie fiel einfach in seine Arme und ihre Lippen suchten anch seinen. Eins wußte sie 100%...


    Ich will dich wiedersehen.


    Sollte sie noch was dazu sagen?. Ihr Körper war heiß. Die Lippen weich und nachgiebig. Sogar nach dieser Nacht, in diesem Verlangen und Lust vermittelte sie erstaunlich den Eindruck der Reinheit. Der Sand unter ihren Füssen war warm, fast heiß.


    Ich will Dich. Ich will Deine Liebe erfahren.


    Kann sich Jean damit zufrieden geben?

  • Jean hob seine Prinzessin hoch und küsste sie leidenschaftlich. Besser hätte sie es nicht sagen können. Er meinte herausgefunden zu haben, dass Leonor nicht nur die Liebe suchte, sondern jemanden dem sie bedingungslos Vertrauen konnte. <Was muss diese schöne kleine Frau mitgemacht haben.> Sanft trug er Leonor zu einem kleinen Felsen von dem man aus die gesamte kleine Bucht übersehen konnte. Die Sonne ging langsam unter und sie hatten Glück das sie diesen exklusiven Logenplatz alleine für sich hatten, um diesem Schauspiel bezuwohnen. Vorsichtig setzte er Leonor ab und sich dann gleich daneben. Fürsorglich legte er ihr seine Jacke um und nahm sie in den Arm.


    Ich will Dich auch, mein Engel. Ich will Dich lieben, verstehen und beschützen.


    Wieder küßte er ihre weichen vollen Lippen und schwebte augenblicklich auf einer Wolke. Langsam hob er ihre Hände und küsste jeden Finger voller Zärtlichkeit.


    Ich bin immer für Dich da und werde für Dich kämpfen.

  • Wie sehr wollte sie ihm vertrauen, wie sehr wollte sie sich diesem Gefühl hingeben. Sie war sogar neidisch auf ihn ihr gegenüber. Wie dumm... Doch gerade solche Worte wollte Leonor hören. Aus seinem Munde klangen diese Liebesschwüre nicht kitschig. Es ist schon interessant, dass Leonor nur ihre Mutter nicht einschätzen konnte. Und dann... Tabletten... Er sah ihre verängstigten Augen. wie soll sie ihm erklären, dass sie nach Hause muß. Sie hat ihre Medizin schon über fast 1,5 Tage nicht eingenommen. Leonor bekam eine panische Angst, dass ihr Körper zu zittern beginnen könnte. Wie soll sie das erklären???


    Ich...benötige Dein Handy, es ist wichtig, ich muß anrufen.


    Ihre Hände zogen schlagartig sein Handy aus seinen Händen und sie wählte die Nummer des Dr. Bashirs. Es war ihr egal, ob Jean mithört.


    Dr Bashir? Ich bin nicht im Palast. Ist der Zeitabstand von 1,5 Tagen akzeptabel?


    Ihr Blick huschte zu Jean. Besorgnis und Panik las er dort.


    Es ist mir sehr wichtig zu erfahren, ob ich sie suchte nach Worten, doch dazu gab es keine Zeit durchstehe. Ich denke entweder zu spät heute oder erst morgen überhaupt. Das hängt von Ihnen ab. Beruhigen ist gut. Nein, ich habe keine und wieder dieser Blick zu Jean Symptome. Es geht mir gut. Sie denken, es ist durchaus möglich? Oh, Doktor, Sie haben mir den Stein vom Herzen.. jajajaja, ich werde nichts schweres unternehmen. Ja, ich werde sehr vorsichtig gehen und nicht rennen. Ich werde auf meinen Herzrhythmus achten. Nein, nicht rennen. Versprochen.


    Leonor atmete auf und gab ihm mit einer schuldbewußten Miene sein Handy zurück.


    Du wirst mich auf Händen tragen. Ich darf nicht rennen. Mein Gang soll leicht und unbeschwerlich sein. Du hast Doktor gehört.


    Leonor versuchte es umzuspielen. Sie zog sich an ihn noch enger. Ihre Wange drückte sich auf seine Unterkiefer.


    Es ist nur vorübergehend. Ich habe mir einfach zu viele Auftritte und Vorbereitungen zur Ktönung zugemutet.


    Diese Erklärung war plausibel und realistisch zugleich. Die Zeitungen haben auch über ihre schlanke Figur berichtet und einige sogar schrieben ihr die Bulimie zu.


    Ihre Lippen küssten irgenwo unter seinem Kinn. Leonor scherte sich nicht, sich vor Jean so verletzlich zu zeigen. Lucien sah sie verspielt, kindlich und keck. Cedric betete sie an. Jean sah ihre andere Seite. Und diese Verletzlichkeit machte sie zu einem besonderen Schatz. Es war nicht vorgespielt. Sie war so vielseitig und schenkte ihm diese Vielfalt uneingeschränkt.

  • Dieses merkwürdige Gesprächg verschlug Jean die Sprache. Mit einmal begriff er das seine Prinzessin Angst hatte. Angst nicht vor der großen Schwester, Leonor hatte Angst dem Leben nicht stand zu halten. Jean vermutete ein Herzleiden, aber das war für ihn kein Grund sie weniger zu lieben. Im Gegenteil, er fühlte sich nun erst Recht dazu berufen sie zu beschützen und ihr jeden Wunsch von den Augen abzulesen.


    Wie ich deinen Arzt verstanden habe, hat er nicht dagegen dass Du heute abend nicht zu Hause bist.


    Breit grinsend, streichelte er Haar, kuschelte sich an sie und schaute aufs Meer, wo die Sonne gerade prachtvoll unterging.


    Wie schnell war Dolores verblasst. Ihr Untergang war weiß Gott nicht so spektakulär wie der Sonnenuntergang. Dafür strahlte Leonor am Himmel und brannten sich in sein Herz.


    Du zitterst kleine Zicke.


    Diesmal sprach er diese Wort sehr zärtlich aus, liebevoll. Er hob sie hoch und trug sie auf beiden Armen zurück zum Wagen.


    Du darfst nicht rennen, Du darfst nicht Barfuß gehen und Du hast keine Schuhe. Aber das ist es nicht, mein Herz. Ich WILL Dich durch dein Leben tragen. Ich liebe Dich .... Ich liebe Dich.


    Als beide wieder im Wagen saßen, behielt sie seine Jacke an. Trotzdem schaltete Jean die Klimaanlage auf 24 Grad, damit seiner Prinzessin warm werden würde.


    Jetzt gibt es kein entkommen mehr, Du musst heute Abemd essen, was ich für Dich kochen werde. Du kannst mir gerne dabei helfen.


    Jean war sich sicher, dass sie nicht kochen konnte, aber das war egal. Er wollte einfach nicht, dass sie auch nur eine Minute von seiner Seite wich.

  • Kein Lachen, kein Mitleid, kein Schmunzeln. Ihre Angst vor seiner Reaktion verflog sich im Nu. Sie entfaltete sich wie eine Rose, Blütenblatt für Blütenblatt, unendlich langsam und unendlich süß. Sie spürte seine verständnisvolle Nähe und mehr war Leonor mehr und auf weniger wollte sie nicht runtergehen. Seine Berührungen erweckten ihre schlafende Weiblichkeit. Sie hörte die Worte der Liebe und versuchte es ihm nachzusagen...


    ich...


    nein, sie sollte ehrlich zu ihm sein. Sie sagte es offen, ihr Blick wich dabei nicht von seinem Gesicht.


    Ich will Dich lieben. Ich will in Dein Herz zicken. Ist das zu wenig für Dich?


    Es wurde frisch und sie fröstelte, um so glücklicher war sie im warmen Auto in seine Jacke einzukuscheln. Schon allein die Vorstellung, seinen Körper zu sehen, sich an ihn zu schmiegen, versetzte ihr eine Hitzenwelle.


    Wenn Du kochst, dann decke ich den Tisch. Ich und Herd ist gleich eine Explosion und ich will uns beide nicht gefährden. Die Feuerwehrleute werden Dich nicht verstehen, wenn Du ihnen sagst, dass Du aus der Liebe gehandelt hast.


    Sie lachte ihre Hand lag auf seinem Oberschenkel und fühlte sich warm, vertraut und glücklich an.

  • Lächelnd sah er auf die Straße, bis er ihre Hand auf seinem Oberschenkel spürte.


    Nein, meine kleine geliebte Zicke, das ist mir nicht zu wenig. Das ist mehr als ich Gestern noch hoffen konnte.


    Seine Freude darüber das sie nicht nach Hause, sondern mit ihm eine weitere Nacht verbringen wollte, machte ihn überglücklich. Dabei ging es nicht nur um das sexuelle Verlangen, sondern auch darum nur ihr Nähe zu spüren. Ihren Atem, ihre Wärme, der Duft ihrer Haare und ihrer Haut. Sein Herz stand in Flammen.


    Ich  will nur hoffen, dass Dir schmeckt was ich koche. Sterne kann ich damit nicht gewinnen, aber vielleicht ein Stück mehr von deiner Liebe.


    Er nahm ihre Hand von seinem Oberschenkel und küsste sie voller Zärtlichkeit. Heute Nachte wollte er ihr ein weiteres mal die Liebe zeigen.

  • Mir würde schon Spagetti Carbonara reichen. Oder Ravioli. Wichtig ist, dass ich meinen Piraten füttern kann und er das zulässt.


    So wurden die Rollen sofort klargestellt. Es ist schon interessant, wie Leonor ihren Willen bei Jean durchsetzte.


    Ich habe nur bei den großen Anlässen zusammen mit der Familie gespeist. Meistens war es recht einsam. Es sei denn ich schlich mich davon in die Kathedrale zu meinem Padre. Er ist ein großartiger Mann. Aber nur Du nennst mich Zicke. Er hätte viel mehr Grund dazu.


    Dass sie in diesem Moment über den Erzbischof geredet hatte, war Jean wohl erst danach bewußt.


    Du bist der zweite Mann, der für mcih kocht. Der erste ist Onkel Fouche. Aber er versalzt alles, was er anrührt.


    Auch dieser Name klang bekannt, eher Jean begriffen hatte, um welchen Fouche die Rede ging.

    Sie dachte kurz nach und dann nahm sie sein Telefon, tippte ein paar Telefonnummer und speicherte sie.


    Das sind vier Telefonnummer. Meine, von Marco, von Serville und von Dr. Beshir.


    Das Handy landete in seiner Hand zusammen mit dem Kuss auf seine Lippen.

  • Jean musste aufpassen, nicht die Kontrolle zu verlieren. Seine kleine Zicke, war schon anders. Vielleicht lag es an ihrerm Namen, denn auch von der Kaiserin, ihrer großen Schwester, hörte man dass sie extrentisch war. Trotzdem nahm er das Handy und den Kuss.


    Vielleicht war Onkel Fouche verliebt, als er für Dich kochte. Man sagt, das verliebte Köche gerne das essen versalzen. Da muss ich gleich aufpassen, damit es mir nicht genauso geht, wie Onkel Fouche.


    Onkel Fouche! Noch nie hatte Jean gehört das Jemande den unsichtbaren, aber gefürchteten Polizeiminister Onkel nannte. Fouche war ihm halt immer nur als Foche bekannt, obwohl er ihn nie getroffen hatte. Angst hatte er keine, er war selbst Mitglied des Konvents und nicht zuletzt ein Cousin des Seneschalls, mit dem er fast brüderlich verbunden war.


    Zu Hause angekommen, tat er das war er die ganz Zeit schon tat, er trug seine Prinzessin auf Händen und das sprichwörtlich.


    Damit deine schönen kleinen Füßchen nicht den schmutzigen Boden berührten.


    Oben angekommen, setzte er sich kurz ab und schaute in ihre großen Augen.


    Wie wäre es wenn Du den Tisch deckst? Alles was Du brauchst findest Du im Esszimmer. 


    Sanft küsste er Leonor und gab ihr, als Aufforderung den Tisch zu decken, einen Klapps auf den wohlgeformten Hintern.

  • Sie lachten, küssten sich, schmusten. Leonor fühlte sich wie auf der Wolke 7. Sie war schon nach seinen Worten dabei, den Tisch zu decken, als sie diesen Klapps spürte. Die andere hätte das als ein Spiel, als eine Zuneigung empfunden, gekichert, wie auch immer. Leonor blieb plötzlich stehen. Die Stimmung hat sich sofort geändert. Sie blieb wie angewurzelt stehen, ohne sich umzudrehen. Jean konnte nicht ahnen, welche Bilder dabei im Leonors Hirn entstanden, doch sie waren nicht gut und nicht zu seinem Gunsten. Sie sah die Mädchen im Club, wie sie kicherten, flirteten und auf die Schenkel der reichen Jungs saßen. War sie so billig? Leonor wurde plötzlich kalt um das Herz. Die Gedanken haben sich wieder geändert und die Enttäuschung sperrte Ihr den Atem. Sie war völlig auf dem falschen Weg, doch man kann ihr das nicht verübeln. Jean war zu forsch.


    Leonor atmete auf, ihre Schulter entspannten sich und sie ging schweigend zum Schrank, um den Tisch zu decken. Sie stellte Gläser, Besteck... Und die Gedanken gaben ihr wider schuld. Du hast ihm das erlaubt, das war dein Benehmen.. Der Teller entglitt ihren Fingern und schlug sich auf den Boden. Sie sah die Scherben ein paar Sekunden und rannte ins Bad, schloß sich und fiel auf den Boden. In anderer Zeit hätte sie sich bis zum Ende aufrecht gehalten und gelächelt. Erst zu Hause wäre sie ins Bett gefallen und wäre morgen ein gefühlloses Wesen, der zu allen nett und freundlich wäre. Doch sie wollte sich Jean gegenüber nicht verstellen. Sie hatte auch keine Kraft dafür.

  • Jean werkelte in der Küche und war guter Dinge. Er hatte nicht bemerkt, dass Leonor diesen leichten liebenvollen Klapps vollkommen falsch verstand. Erst als der Teller zu Bruch ging und er hörte wie sie ins Bad rannte und sich einschloss, wurde ihm erneut klar, das Leonor nicht so war, wie die meisten anderen Mädchen die er kannte. Ihm wurde bewusst, dass sie geistig labil war und Hilfe brauchte. Seine Hilfe, denn er hatte sich verliebt und Leonor war die Frau, für die er streben würde, wenn es sein sollte.


    Leonor! Mein Herz, was hast Du?


    Vorsichtig klopfte er an die Badezimmertür.


    Habe ich mich wieder daneben benommen? Engelchen, was ist? Komm mach die Tür auf. Laß uns reden. Es gibt nichts, was wir gemeinsam nicht schaffen werden. Du musst mir nur eine Chance geben, Dich zu verstehen, Engelchen.


    Zicke war keine Option mehr. War es am Anfang lustig sie so zu nennen, entsprach es nun nicht mehr dem was er fühlte. Das was er zunächst zickig und für etwas überdreht hielt, stellte sich nun als wirkliches psychisches Problem heraus. Deshalb die Rufnummer ihres Artzes. Aber den wollte Jean noch nicht anrufen. Jean fühlte sich Veranwortlich.

  • Leonor antwortet nicht, lange ließ sie ihn warten, bis sie aus ihrem Schneckenhaus herausging.


    Du .. für Dich ist das vielleicht, nein bestimmt, diese Situation, diese Berührung, nichts weiteres. Prinzessinnen sind wie Bilder in der Galerie. Alle schauen sie an, doch keiner berührt sie. Doch sie beobachten alles. Sag mir, warum fühle ich mich wie die leichtsinnigen Mädchen nach diesem...


    Sie konnte es nicht einmal nennen, so schockiert war sie. Doch im Prinzip hat Leonor ihm alles gut beschrieben. Und dann kam es...


    Ich fühle mich schmutzig. Es ist alles meine Schuld. ICH habe Dir den Grund gegeben. Es tut mir leid. Es tut mir alles so leid. Ich hätte Dir diese Seite von mir nicht zeigen dürfen.


    Und dann kam das, was er nicht erwartet hat, was wie ein Liebesgeständnis klang:


    Ich wollte nicht mich vor Dir verstecken. Vielleicht hoffe ich, Du wirst von so einer wie mich nicht weglaufen. Ich kenne kein anderes Leben als nur Prinzessin zu sein. Du..erster.. ich wrde nicht weglaufen. Nicht diesmal


    Er hörte, wie sich der Schlüssel drehte. Die Tür öffnete sich und die Wärme umgab seinen Körper. Leonors Stimme nannte seinen Namen und es klang derart bedeutend und vertraut, wie keine andere Stimme, die er kannte.

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