Das Schlafzimmer der Kaiserin

  • Aufgeputscht von dem einem oder anderen was sie genommen oder getrunken hatte war es vier Uhr morgens gewesen als die Connetable unter den gegenzuzeichnenden oder auch nur zu Kenntnis zu nehmenden Ernennungen, Entsendungen, Bestallungen und ... ngen den Befehl zur Ernennung einer neuen Gouverneurin von Mique-Tsao fand und seither vor Wur dem Platzen nahe war. Dass sie erst kalt geduscht hatte hatte es nur äußerlich besser gemacht, selbst die Amokfahrt zum Palast hatte sie kaum abgekühlt. Was zum Teufel... dahinter steckte Serville... wer sonst. Sie musste zu ihr und erreichte das Schlafzimmer gegen 5 Uhr morgens. Der Besuch war nicht ungewöhnlich, war Anielle als oberste Befehlshaberin der Truppen auch dür die Sicherheit der Kaiserin verantwortlich. Mitgebracht hatte Sie Annika Sjöholm von den Royal Danois und zwei Cuirassiere die sie jetzt allesamt vor dem kaiserlichen Trakt "parkte" wobei sie sich selbst zum Schlafzimmer der Kaiserin begab vor dessen Türe sie sich setzte um zu erwarten was trotzdem nicht geschah, ein Abbrausen Ihrer Wut.

  • Das leise Summen des Telefons neben ihrem Bett, weckte Valerie unsanft. Der Hauptmann der Wache meldete sich aufgeregt. So eben sei die Connetable in Begleitung dreier Offiziere vor dem Palast vorgefahren und habe sich auf den Weg zu ihrer Majestät gemacht. <PUTSCH!> schoss es zunächst durch den schönen Kopf der Kaiserin, Als der Hauptmann fragte, wie er sich verhalten solle, immerhin war es die Connetable die so forsch einritt, kam die Kaiserin schnell wieder zu klaren Gedanken. Sie konnte sich vorstellen, warum ihre geliebte Anielle diesen Auftritt wagte. Grinsend befahl sie dem Hauptmann, einfach nur die drei Offiziere im Auge zu behalten, um die Connetable würde sie sich selbst kümmern. Sie kletterte aus ihrem breiten Bett, strecke sie kurz, griff zunächst zu ihrem Morgenmantel, den sie aber lächelend fallen ließ. Nur in ihrem hauchzarten, durchsichtigen, gerade den wohlgeformten Po bedeckenden Nachthemdchen schlich sie zur Schlafzimmertür und öffnete. Davor hockte, wie ein verstocktes Kind, ihre geliebte Anielle. Wie süß sie aussah, wenn sie wütend war. Sie schaute auf Anielle hinab.


    Oh Conntable, was machst Du denn so früh vor meiner Tür? Kann ich Dir helfen?

  • Annika war inzwischen abkommandiert worden und jetzt vielleicht schon mit einem leicht veränderten, aber schließlich unterzeichneten Befehl zu einer Ernennung auf dem Wege zum Flughafen als sich die Türe öffnete und die Kaiserin, gehüllt in ein nichts, herauskam und fragte ... und ja, das konnte sie.


    Es ist Teil meines Eides euch stets zu schützen und meinem Leben dafür einzustehen, das Reich zu mehren und allem Schaden von ihm abzuwenden. Ich halte also Wache ... damit meiner Kaiserin ...


    zu der sie jetzt hochsah wobei Ihre Augen allerdings dolchschleudernd zur Herrscherin Outremers aufblickten


    ... nur geschehe, was denn geschehen muss.


    Ihre Metallhandschuhe hatte Anielle bereits abgelegt als sie den Namen geändert hatte und so waren es nun ihre Finger ...

  • Steh auf und benimm Dich nicht wie ein trotziges Kind! Komm rein, ich will Dir eine kleine Geschicht erzählen!


    Mit harter Stimme befahl sie Anielle ihr zu folgen. Sie schloss die Tür hinter sich und bat Anielle auf einem Sessel Platz zunehmen. Zunächst hatte sie daran gedacht ihr einen Platz neben sich auf dem Bett anzubieten, als sie sich an das Kopfende setzte und die Füße auf den Boden stellte. Aber der Abstand tat beiden gut. Dann öffnete sie eine Nachttischschublade. Mit einem Griff zog sie einen schweren alten Armeerevolver hervor.


    Ein schönes Stück, Im Besitz der Familie seit über 100 Jahren und mit ihrer Geschichte untrennbar verbunden. Das ist ein Fogeron & Wesslin Model 1917 Kaliber .45. Macht schöne große Löcher. Aber nun zur versprochenen Geschichte. Die Familienlegende will es, dass am 22. Juli 1920, am Tag unserer Nationalheiligen, meine Frau Urgroßmutter, Valerie die Sanftmütige, mit einem gezielten Schuß zwischen die Augen ihre Rivalin, Beatrice Bonduelle, damals Primaballerina an der Staatsoper,  vom Leben zum Tode beförderte. Beatrice war ihrem Mann, meinem Urgroßvater Maurice Beauharnais, wohl zu nahe gekommen.


    Kurze Pause, damit Anielle das gesagte verdauen konnte.


    Es ist nur eine Legende. Aber wie bei jeder anständigen Legende ist auch hier ein Stück Wahrheit vertreten. Die Wahrheit ist profaner. Zwar hat Valerie die Sanftmütige aus diesem prachtvollen Stück auf ihre Rivalin geschossen, aber sie um Meter verfehlt. Für Beatrice allerdings Grund genug, sich in Outremer nicht mehr sicher zu fühlen. Sie änderte ihren Namen und verließ das Land. Nett von ihr, findest Du nicht?


    Wieder eine kleine Pause.


    Ich hätte getroffen!

  • Anielle hatte zu Zittern begonnen während Valerie ihre Geschichte, mochte sie nun stimmen oder nicht, erzählte und griff danach wortlos zu ihrem Kryptohandy und rückte die Wahlwiederholung.


    Lass sie fliegen, Annika. Die Aktion ist abgebrochen. Nein, es ist mein Ernst, lass ihn einfach fliegen.


    danach legte sie auf wobei ihr Arm zu Boden sackte, fast so als wäre der Faden einer Marionette gerissen.


    Du wirst ihr nichts tun. Versprich es. Dann... ansonsten.... bitte...


    weinte Sie? Wenn Anielle Saint-Just jemals geweint hatte dann war es in diesem Moment.

  • Den Triumph ließ sich Valerie nicht anmerken, auch nicht die innere Erregung die sie verspürte, als sie ihrer Geliebten weh tat. Valerie genoß die Tränen dieser nach aussen starken Frau. Sie legte den Revolver zurück in den Nachttisch, nahm das Telefon in die Hand, drückte die Schnellwahltaste für den Hauptmann der Wache.


    Schicken Sie die Begleiter der Connetable nach Hause. Sagen Sie das wäre ein Befehl von mir. Die Connetable selbst bleibt bei mir. Danke.


    Valerie stand auf, ging zu dem Häufchen Elend hinüber, dass heulend im Sessel saß. Sie stellte sich vor ihre geliebte Anielle, nahm ihren Kopf in beide Hände und drückte ich fest an sich.


    Anielle ich liebe Dich. Das habe ich immer getan, damals schon. Ich  war ...


    Sie beugte sich vor und küßte sanft die strohblonden Haare.


    Ich war gemein zu Dir. Aber ich verspreche Dir, Therese in Ruhe zu lassen. 


    Dann zog sie leicht an Anielles Haaren, so das sie in ihr Gesicht und in ihre Augen sehen konnte.


    Du gehörst mir!

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